Von der Familie und meinem Wunsch nach Harmonie

Tief sind die Gräben, die meine Familie durchziehen. Wenig heile Plätze gibt es hier zu finden. Die Ehe meiner Eltern und meine Beziehung zu meinem Bruder funktionieren, vor allem die Beziehung zu meinem Bruder. Aber mein Vater ist mit seiner kompletten Familie zerstritten und meine Mutter mit dem Rest ihrer. Als Folge dessen sind auch mein Bruder und ich vom Rest unserer Familie abgeschnitten. Zu meiner Großmutter halte ich noch Kontakt, die darunter sehr leidet. Aber mit dem restlichen Teil der Familie herrscht vollständige Funkstille. Auf meine Annäherungsversuche anlässlich meiner Verlobung wurde nicht reagiert. Meine Großmutter versucht zu vermitteln, aber nichts gelingt. Solange mein Vater keinen Schritt auf die Familie zugeht wollen sie alle nichts mehr von uns wissen. So viele und so krasse Fehler meine Eltern auch gemacht haben, seine Brüder sind ebenso uneinsichtig wie er es ist. Ihnen ist ihr Streit wichtiger als die Beziehung zu uns Unbeteiligten und so werde ich in Sippenhaft genommen, büße mit für die Taten und Worte, die mein Vater getan und gesagt haben soll.

Mir zerreißt mein Herz. Aber ich begreife allmählich woher mein tiefer Wunsch nach Harmonie stammt. Lange habe ich die Konflikte in meiner Familie ignoriert und mich ganz auf Freundschaften und Kirche fokussiert. Familie kann man sich schließlich nicht aussuchen, Freunde dagegen schon. Und die Kirche lehrt Formen der Beziehung, die einander nicht aufgeben, die dem Streit nicht das letzte Wort lassen, sondern auf Liebe und Vergebung basieren. Aber langsam beginne ich zu begreifen, dass ich diese Konflikte nie wirklich ausblenden konnte. Unterbewusst bekam ich doch alles mit. Und es kann gar nicht anders sein, als dass sie in meiner Seele ein Echo hinterlassen haben. Vielleicht sollte ich tiefer in mich blicken und mich bewusster mit diesen Konflikten und ihren Folgen auseinandersetzen. Methode Strauß funktioniert eben nicht ewig. Ein Gang zu einem Seelsorger wäre womöglich der richtige Weg. Ich muss einen Weg zu jenem Teil meiner Seele finden, der diese Familienkonflikte verarbeitet hat. Denn welche Auswirkungen mag dieser Teil meiner Seele auf meine zukünftigen Beziehungen nehmen … insbesondere meine Ehe? Und erst wenn ich ihn offenlege kann auch ich ein heiles Ganzes werden. Das Licht Gottes muss darauf scheinen mit all seiner Wahrheit…und dieser Blogeintrag ist hoffentlich ein Anfang dieses vergrabene Stück Seele nicht länger zu ignorieren…

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5 Kommentare zu „Von der Familie und meinem Wunsch nach Harmonie

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  1. Ja .. so glaubt man dann der Worte der Bibel:

    Mt 10,34
    Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
    Lk 12,53
    Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

    Es geht nicht nur dir allein so. Wir müssen akzeptieren, das nicht jeder unser Nächster sein kann. nur wer sich dem Allmächtigen im Namen seines Sohnes jesus christus zuwendet, kann vor schaden beschützt werden.
    Amen.
    Ein Gruß

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  2. Ist es womöglich die Anfeindung um Jesu willen?

    „Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
    Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihre Mutter und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter.
    Und des Menschen Feinde werden seine eigenen
    Hausgenossen sein.
    Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter
    mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert.
    Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert.
    Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.“
    Matthäus 10, 34 – 39

    Es geht um die Gründung Deiner Familie und nur um Deine Verlobte und Dich. Ihr beide müsst zueinander stehen.

    Matthäus 19, 5 + 6 (1. Mose 2, 24)

    „Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen
    und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch.“

    Dieses Loslassen wünsche ich Dir von ganzem Herzen, um mit Gottes Segen euren gemeinsamen Weg beginnen zu können.

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  3. Nein. Meine Eltern sind nicht gläubig.

    Es geht eher um unvergebene Schuld und die Unfähigkeit eigene Schuld einzugestehen und um Verzeihung zu bitten. Und so häufen sich die Fehler und Verletzungen über die Jahre immer weiter auf und keiner geht mehr auf den anderen zu. Keiner ist bereit zu verzeihen oder sich zu entschuldigen.

    Das ist die Folge einer Gesellschaft, die Schuld aus dem Wortschatz tilgt. Und eine Folge eines Lebens ohne Jesus, in der Vergebung und Neuanfang möglich wären, wo man nicht das Gesicht verliert wenn man Schuld vergibt oder eingesteht, wo man nicht Verletzungen rächen oder aufwiegen muss.

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  4. Das ist wohl unser Lernfaktor ..du sprichst, als wenn ich dir diese Worte diktiert hätte.
    Ein Grund für mich zur Freude .. denn es betrifft ja Einige, die in so einem Umfeld aufwachsen.
    Seh dich als herausgerufender aus einer untergehenden Gesellschaft und pflege den Kontakt zu Gott durch Jesum Christum.
    Sei gegrüßt,
    Vomberg

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  5. Was ist Schuld?
    Sünde wird in unserer Gesellschaft nicht Sünde genannt. Sie bedeutet aber „Trennung von Gott“ – wer will das wahrhaben???
    Du glaubst doch an Jesus und ER lehrte seinen Jüngern das „VATERUNSER“, das wir Christen im
    Gottesdienst beten. Es ist also ein „Gemeinschaftsgebet“, in dem sich ein jeder prüfen kann, wie es mit seiner Bereitschaft zur Vergebung steht. Vergebung heilt nicht den anderen, aber den Betenden selbst.
    Dennoch bleibt uns die Möglichkeit zur Fürbitte,
    die das bewirkt, was bei Gott möglich ist.
    Bei Gott sind alle Dinge möglich.

    Matthäus 19, 26
    Markus 9, 23
    Markus 14, 36

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