Das Leiden Gottes…

…in einer gottlosen Welt.

Nicht erst durch die Gewalt, die diese Erde kalt überzieht, erkennen wir wie fern sie Gott doch ist. Wir erleben das Leiden an allen Enden, Innen wie Außen sucht es uns heim bis in die existenziellsten Teile unseres Lebens hinein. Als Gläubige, die sich auf Gott ausrichten wollen, neigen wir nun schnell dazu uns von der gottlosen Welt abwenden zu wollen. Wir meinen in der Suche nach dem Höheren dem Tiefen den Rücken zuwenden zu können oder gar zu müssen. Umso mehr wir uns von der Welt distanzieren, umso weniger kommen wir mit ihrer Gottlosigkeit in Kontakt. Wir bleiben rein.

Doch wir leben im Hier und Jetzt und sind Teil des Diesseits, ob wir es wollen oder nicht. Wir sind weltlich, weil wir Teil der Welt sind. Die Welt ist die Summe aller Menschen und schließt auch uns mit ein.

Was tat Gott?

Distanzierte er sich von der Gottlosigkeit der menschlichen Existenz? Die Bibel beginnt gleich auf den ersten Seiten mit unserer Gottlosigkeit: Kain erschlägt Abel. Brudermord. Das ist die Menschheit wie wir sie auch heute in den Nachrichten so schmerzlich erleben. Terroristen vernichten ganze Dörfer auf grausamste Art und Weise, 30000 Menschen verhungern pro Tag während in Europa Essen weggeworfen wird, Leichenberge bedecken den Meeresgrund des Mittelmeers, Drogenkartelle haben in Teilen der Welt ganze Landstriche unter ihrer Kontrolle.

Und wie reagiert Gott? Wäre es in Anbetracht dieser Grausamkeiten wirklich überraschend gewesen, wenn er sich abwendet, wenn die Mosesbücher mit Noah endeten? Aber nein, Gott kam mit seinen Propheten und letztlich durch Jesus Christus in diese Welt hinein. Er lies die Menschen in ihrer gottlosen Welt nicht alleine. Er stieg vom Thron herab, um das Leid mitzuleiden, das die Menschen in ihrer Gottlosigkeit erfahren.

Wenn wir also im Ruf Christus herausgerufen werden aus der Welt, werden wir gleichzeitig als Wiedergeborene auch wieder hineingerufen in die Welt. Denn indem wir Christus ähnlicher werden, bleibt uns gar nichts anderes übrig als Christus Weg in die Welt hinein nachzufolgen. Wenn wir Christus Fußstapfen folgen, führen sie uns mitten in diese Welt. Unser Weg führt uns dorthin, wo Gott mit den Menschen mitlitt.

Was sind meine Prioritäten?

Was bedeutet das nun konkret, wenn ich vor mir reale Menschen habe? Reale Menschen tun und sagen und vor allem glauben oft nicht, was ich selbst für wahr und gut halte. Soll ich mich von ihnen abnabeln, um ja nicht verführt zu werden?

Da ist z.B. jene, die zum Islam konvertierte. Für mich als überzeugter Christ ist das nicht nachvollziehbar. Der islamischen Theologie fehlt es an der Liebe, die ich in Christus erlebe. In der Familie stößt sie damit auf harschen Widerstand. Solange sie bei der Familie ist herrscht Kopftuchverbot, vielleicht nicht ganz mit diesem Wort ausgesprochen aber doch direkt genug. Doch wenn ich ihre Lebensgeschichte vor Augen habe, sehe ich wie sie zum Islam kam. Was hat nun für mich oberste Priorität? Ich sehe nur das krasse Liebes-Defizit, das ihr Leben durchzieht. Soll also auch ich wie die Familie meine Wertschätzung entziehen? Nein! Wie könnte ich auch nur den Gedanken hegen etwas anderes als die Liebe an oberste Stelle zu setzen?

Wir fürchten uns vor dem Islam und vor vielen anderen Dingen. Und aus Furcht rechtfertigen wir es Liebe nur zweite Priorität einzuräumen. Wir müssen uns und unsere Kultur schützen, Feuer mit Feuer bekämpfen. Wir rechtfertigen Gutes lassen zu dürfen, oder gar Böses zu tun aus Furcht vor noch böserem. Wir fürchten uns, weil wir kein Vertrauen haben. Ich vertraue, dass Gutes über Böses siegt. Weil der einzig wahre, der lebendige Gott uns durch Jesus Auferstehung eine Botschaft geschickt hat: Vertraut auf mich, das Gute siegt, denn ich bin der HERR.

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