Meditation

Ich habe zuletzt von Spiritualität gesprochen und möchte jetzt auch auf eine sehr bekannte Technik eingehen: Die Meditation.

Ich schreibe jedoch nicht von asiatischer Meditation. Ich verwende dasselbe Wort, weil es bekannt ist. Aber ich möchte keine starre Technik lehren, die man wie einen Bauplan blind anwendet. Es geht nicht um Techniken oder Methoden. Diese ist nur ein Impuls, den man flexibel entsprechend seiner eigenen seelischen und geistlichen Erfahrungswelt anpassen kann. Diese Technik ist weder Muss noch der einzige Weg, um auf diese Weise dem Heiligen Geist Raum zu geben. Meditation bräuchte es nicht, wenn unsere Gedanken und unser Hören nicht durch all den vielen Lärm der Welt so betäubt wären, dass selbst wir Christen den Heiligen Geist häufig überhören. Was ich jetzt beschreibe soll zur Inspiration dienen. Man darf es aufnehmen oder auch lassen.

Ein großer Unterschied meiner christlichen und der asiatischen Meditation offenbart sich bereits im Kern: Im Kern der Spiritualität steht nicht mein menschlicher Geist (Spirit) sondern der Geist Gottes (Holy Spiritualität ;))

Ein zweiter Unterschied besteht im Ziel der Meditation. Asiatische Meditation strebt die Leere an, sie will meinen Geist von Gedanken und Gefühlen ganz und gar befreien. Was ich hier Meditation nenne ist dagegen eine Fokussierung auf einen geistlichen Gedanken/Impus Gottes. Gedanken sollen nicht überwunden, sondern zu göttlicher Erfahrung hingeleitet werden.

Wie kann das aussehen:

Die Medtation kann an jedem beliebigen Ort, in jeder beliebigen Situation, in jeder beliebigen Körperhaltung, mit jeder beliebigen Dauer praktiziert werden. Es gibt nur eine äußerliche Anforderung, dass ich die Möglichkeit habe die kommenden Minuten ganz Gott zu widmen.

Zuallerst suche ich mir einen kurzen Bibelvers. Es sollte etwas sein, das ich mir leicht merken kann.
Ich persönlich finde die „Ich bin“-Worte Jesu sehr einprägsam. Z.B. „Ich bin der Weinstock…“ (Joh 15:5)

Ich atme tief ein und während des Einatmens schiebe ich alle ablenkenden Gedanken von mir. Ich folge meinem Atem ins Innere, taste meinen Körper vor meinem Inneren Auge ab. Denn mein Körper ist der von Gott geschaffene Tempel, in den ich seinen Geist einladen möchte.

Dann atme ich, so tief wie ich zuvor eingeatmet habe, auch wieder aus. Während die Luft meinen Körper verlässt spreche ich innerlich den zuvor eingeprägten Vers. „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“

Ich achte bewusst darauf, welche Gedanken, Empfindungen, welche „Geistesblitze“ mir währenddessen in den Kopf bzw. in mein Herz schießen.

Dann wiederhole ich das Ganze noch einmal, immer und immer wieder. Beim Einatmen schiebe ich die Welt und alle Gedanken und Sorgen von mir fort und beim Ausatmen zitiere ich innerlich meinen Bibelvers. Ich bleibe achtsam, welche Impulse ich dabei empfange. Denn der heilige Geist reagiert auf die biblischen Worte und nach einiger Zeit können spirituelle Impulse vom Geist kommen (müssen es aber nicht).

Wichtig ist nichts davon verkrampft anzugehen. Ganz locker und geduldig bleiben. Vielleicht empfange ich einen Impuls vom Heiligen Geist, vielleicht auch nicht. Und umso länger ich das Ein- und Ausatmen praktiziere, umso eher werden meine Gedanken zu schweifen beginnen, umso eher werde ich einmal vergessen die Gedanken beim Einatmen fortzuschicken oder den Vers beim Ausatmen innerlich vorzusagen. Das ist gar kein Problem. Beim nächsten Mal achte ich einfach wieder bewusster darauf. Das Ein- und Ausatmen braucht es an sich eigentlich gar nicht. Ihr Zweck besteht darin meiner Meditation einen Rhythmus zu geben, mit dem Wissen darum, dass die Gedanken abschweifen werden. Sobald ich merke, sie schweifen ab, kann ich Dank dieses Rhythmuses aus Ein- und Ausatmen die abgeschweiften Gedanken viel leichter einfangen, mich viel leichter wieder fokussieren, indem ich sie mit dem Einatmen fortschicke und mit dem Ausatmen zurück zum Bibelvers gelange. Manche Christen meiden das Wort Meditation, weil es nach einer fremden Religion klingt, sie würden es anders nennen: Vielleicht würden sie einem erzählen, dass sie einen Bibelvers wiederkäuen oder sonst eine Umschreibung verwenden. Das ist auch in Ordnung. Es geht mir nicht, um die exakte Bezeichnung.

Eines begeistert mich bei dieser Form der Meditation immer wieder:
Durch das Wiederkäuen betrachte ich eine so simplen Vers wie „Ich bin der Weinstock“ aus tausend verschiedenen Blickwinkeln. Plötzlich kommen mir Querverbindungen, z.B. zum Abendmahl, die mir ansonsten in unserer hektischen Lebensweise nicht aufgefallen wären.
Mit dem Wiederkäuen setzt sich der Vers außerdem in mir nieder, so dass mir Gottes Wort in manchen Situationen lange noch nach der Meditation schlagartig wieder in den Sinn kommt und mich auf diese Weise wieder auf Gott ausrichtet.
Und ganz wichtig: Der Heilige Geist wirkt. Es kommt immer wieder zu Momenten, in denen wie aus dem Nichts ein Geistesimpuls in meine Gedanken dringt. Zu erkennen daran, dass dieser Impuls ganz anders „klingt“ als meine eigenen Gedanken, sozusagen quer von außen kommt. Manchmal stellt sich ein tiefes Empfinden Gottes ein, ich werde ganz und gar von Gottes Friede, von einer tiefgreifende Entspannung oder über menschliches Maß hinausgehende Liebe erfüllt. Es gibt Erfahrungsberichte anderer Christen über ähnliche und vielfältige andere spirituelle Erfahrungen, die bereits im Heiligen Geist gemacht wurden.

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