Warum bin ich wertvoll?

Ein Wert wird aus Angebot und Nachfrage bestimmt. Je knapper das Angebot und je größer die Nachfrage, desto wertvoller ist etwas. Wert ist damit immer subjektiv und wird erst beim Zusammenkommen mindestens zweier Personen gebildet. Er hängt ab von den Präferenzen der Nachfrager, was gefällt ihnen und was nicht, und deren Bereitschaft etwas anderes dafür zu opfern. Je mehr sie bereit sind dafür aufzugeben (Geld in einer Geldwirtschaft, andere Güter in einer Tauschwirtschaft), je höher der Wert. Auf der anderen Seite wird der Wert durch die Konkurrenz verschiedener Anbieter bestimmt. Viele Anbieter, die große Mengen anbieten können, drücken den Wert nach unten.

Wie sieht das nun mit uns Menschen aus?
Es gibt etwa 7 Milliarden von uns. Brauchen tut uns eigentlich keiner, wir verschmutzen die Luft und fällen den Regenwald. Unser Körper funktioniert nach messbaren mechanischen Gesetzen, d.h. eine Vielzahl unserer Tätigkeiten können auch künstlich reproduziert werden. Maschinen werden eines Tages eine große Zahl der Aufgaben erledigen können, die wir Menschen üblicherweise anbieten. Mit einem Unterschied: Die Maschine macht keinen Fehler, wird nicht müde und macht sich keinen Gedanken über ihren eigenen Wert, d.h. ist mit nichts bereits zufriedenzustellen. Sie ist billiger, effizienter, effektiver.
Ergo: Die logische Schlussfolgerung ist, der Mensch ist wertlos.
Er ist eine austauschbare, unvollkommene Ressource.

Außer nun wechseln wir einmal die Perspektive.
Ist es denn korrekt die 7 Milliarden nebeneinander zu stellen wie 7 Milliarden Schrauben? Nein. Denn keiner der 7 Milliarden Menschen ist exakt wie der andere. Das sind nicht 7 Milliarden identische Kopien, die miteinander in unmittelbarer Konkurrenz stehen. Es sind 7 Milliarden Individuen, mit ihren eigenen, unnachahmlichen Gedankengängen, Lebensgeschichten und Art und Weisen die Welt wahrzunehmen. Jeder Gedanke, den ein jeder von uns gedacht hat, wäre nie genau so gedacht worden, existierten wir nicht.

Doch wie sieht es mit der Nachfrage aus? Wir Menschen fragen uns gegenseitig nach, denn wir sind soziale Wesen. Wir brauchen einander, um uns wohl zu fühlen. Erst das Lachen und Weinen, das Reden und Schweigen in Gemeinschaft erfüllt unser Leben mit Glück und Sinn. Jeder von uns wird gebraucht und braucht andere, schon nur weil wir da sind. Wir schaffen uns gegenseitig unseren Wert.
Aber all das wird noch eine Ebene tiefer, gehen wir über die Materie hinaus und unterstellen die Existenz einer Seele. Diese Seele schafft ein Ich, das uns als vergängliche Materie transzendiert und uns alle zu einem wahren Einzelstück macht. Auf der anderen Seite dieser transzendenten Lebensquelle steht ein himmlischer Vater, der die ganze Schöpfung daraufhin geschaffen hat, dass sie untereinander und mit ihm Gemeinschaft hat. Er hat eine absolute Nachfrage nach uns und verleiht jeder Seele damit einen absoluten und somit unantastbaren Wert. Wir haben eine unverletzliche Würde, weil wir mehr sind als seelenlose Roboter, die austauschbar sind und die man beliebig kopieren kann. Wir sind einzigartig geschaffen, um die Welt durch unser zwar kurzes aber einmaliges Leben zu bereichern und wir haben einen himmlischen Vater, der für uns alles opfert, um mit uns zusammen zu sein.

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