Was bedeutet das…

Ostern

Ostern steht vor der Tür und wir feiern … nein nicht den Osterhasen … die Auferstehung. Aber was ist das eigentlich? Woran glauben wir denn überhaupt?

Vor rund 2000 Jahren lebte ein Wanderprediger im heutigen Israel, ein Jude, dem es gelang das römische Reich und die jüdischen Geistlichen gegen sich aufzubringen, aber aus dem Judentum und darüber hinaus auch eine große Schar an Nachfolgern um sich zu scharen. Er predigte vom bald kommenden Gottesreich und behauptete von sich blasphemisch Messias und Menschensohn in seiner Person zu vereinen und außerdem der Sohn Gottes zu sein. Der Messias war der erhoffte Retter der Juden, vom Menschensohn glaubte man er würde zur Endzeit zum Gericht Gottes auftreten. Jesus vertrat eine pragmatische, an der Nächstenliebe und der inneren Beschaffenheit des eigenen Herzens orientierte Auslegung der jüdischen Gebote, die im Widerspruch zur äußeren Frömmigkeit vieler reicherer Geistlicher stand. Er stellte mehrfach religiöse Autoritäten und die Ernsthaftigkeit ihres Glaubens in Frage. Dabei ging er so weit einerseits Verbrechern ihre Sünden zu vergeben, was eigentlich Gott alleine vorbehalten war, und andererseits den frommen Geistlichen ihr Seelenheil abzusprechen, da bloße Heuchelei hinter den schönen Werken stecke. Er verkehrte lieber mit Armen, Aussätzigen, reuigen Sündern und überhaupt dem einfachen Volk als mit religiösen Machthabern oder weltlichen Führern zu Tisch zu sitzen, wenngleich er auch ihnen Rede und Antwort stand. Er trat bewusst die Nachfolge des enthaupteten Aufrührers Johannes, genannt Täufer, an, der eine radikale Buße/Umkehr predigte und sich mit seinem polarisierenden Auftreten sowohl mit geistlichen wie weltlichen Autoritäten anlegte, was letztendlich zu seinem Tod führte. Jesus bekräftigte seine Behauptung Gottes Sohn zu sein und das Gottesreich bringen zu können durch diverse Wundertaten, von denen trotz der Aufforderung sie nicht weiterzuerzählen schnell im ganzen Land berichtet wurde. Zum Höhepunkt seines Auftretens umringten ihn 5000 – 7000 Männer (die Frauen wurden wahrscheinlich nicht mitgezählt). Hinter seiner Behauptung der Messias zu sein versprachen sich viele in der ihm nachfolgenden Menschenmasse eine Rebellion gegen das römische Imperium, an deren Ende Jesus als neuer König gekrönt würde. Jesus selbst entzog sich diesen Erwartungen, sein Reich – dessen König er werde – komme nicht von dieser Welt, statt einer blutigen Rebellion verlangte er von seinen Jüngern Feindesliebe.

Die Erwartung mancher Nachfolger, der Messias werde das römische Reich hinwegfegen, mag am Ende jedoch den Ausschlag gegeben haben, dass die römische Besatzungsmacht zur Tat schritt. Und so wurde Jesus gefangengenommen und zusammen mit zwei Kriminellen hingerichtet. Er starb durch das womöglich brutalste Hinrichtungsinstrument, das die Menschheit je entwickelt hat: Das Kreuz. Am Ende des mehrere Stunden dauernden Todeskampfes und nachdem die römischen Soldaten seinen Tod sicher festgestellt hatten wurde er vom Kreuz abgenommen und in ein fest verschlossenes und bewachtes Grab gelegt.

Hier beginnt nun das wahrhaft Außergewöhnliche:

Aus Tod entstand Leben.
Am dritten Tag nach seinem Begräbnis erscheint Jesus an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten einer Vielzahl an Menschen. Nicht nur seinen engsten Vertrauten erscheint er, auch umherwandernden Jüngern, die nach der Kreuzigung enttäuscht in ihre Heimat zurückkehren wollten und später sogar größeren Menschenmassen.

Sein Tod wurde überwunden, ein neuer Körper wieder aufgerichtet.
Gott hat an Jesus einen zweiten Schöpfungsakt vollbracht.
DAS ist Ostern.

Doch Ostern bedeutet nicht nur etwas Vergangenes. Seine Auferstehung bedeutet: Wir werden auferstehen.

Jesus war der erste unter vielen. Wir werden ihm folgen. Was Gott an ihm tat, wird er an uns ebenso tun. Jesus war der Wendepunkt. Jesus war die Mitte der Weltgeschichte und gleichzeitig ihr Höhepunkt. Davor war die Auferstehung nur eine religiöse Idee, um die theologisch gestritten wurde. Mit Jesus wurde aus der Idee beobachtbare Wirklichkeit. Hier trat der Sohn Gottes in die Geschichte ein und machte aus Glaube berührbare Realität. Am Ende der Zeit wird diese Realität aufgrund unseres Glaubens dann auch unser Schicksal sein.

Unser Glaube hat zwei Richtungen: In die Vergangenheit gerichtet glauben wir an etwas, das bereits geschah und bereits von Menschen zuvor gesehen und erlebt wurde. In die Zukunft gerichtet glauben wir an etwas, das noch nicht geschah und noch niemand je gesehen und erlebt hat.

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