Alleine Christus

Die vier soli der Reformation sind heute, für einen postmodernen Menschen der westlichen Welt, wieder etwas sehr Provokantes geworden. So provokant, dass selbst die Kirchen es gerne mit einem „aber“ abschwächen oder einem „und“ erweitern. Es ist so provokant, weil der Liberalismus, der uns so viel Gutes brachte und von alten Fesseln befreite, in seiner postmodernen Ausprägung eine ganz andere Botschaft übermittelt: Alle Wege führen ans Ziel, solange… du keinem weh tust, nichts übertreibst,… Nicht das Gift tötet sondern alleine die Dosis macht das Gift.

Und sola Christus? Was sagt das aus? Es spricht vom schmalen Weg. Einem Weg, der alleine steht, nicht neben anderen Wegen nur einer unter vielen ist, sondern alleine zum Heil führt. Alleine Christus errettet uns aus unserer Qual. Und damit spricht er automatisch auch von dem breiten Weg, der in die Verdammnis führt. Oder von den vielen Wegen, die in ihrer Summe diesen breiten Weg bilden. Keine Rettung außer in Christus. Jesus erwähnt diese zwei Wege in der Bergpredigt. In Matthäus 7 sind hier folgende Worte überliefert: Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen.
Wie eng aber ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden!
Der postmodern gepolte Mensch liest das nicht gerne und lässt die Bergpredigt daher schonmal ein wenig früher enden. Aber ist es nicht gerade Jesus, der das zentrale Fundamente christlichen Glaubens bildet?

Zentral sind aber eben auch, dass die Erlösung alleine aus Gnade und Glaube herrührt, dass sie eben nicht verdient werden kann. Denn wie könnten wir uns selbst erlösen? Wer von uns ist schon ein Heiliger? Aber sola Christus. Sie wird uns von Christus geschenkt. Kein Heil als in Jesus Christus!

Warum ist das so hart? Weil Jesus Christus nicht nur ein Mensch und nicht nur eine Idee ist. Alle Religionen, die ich kenne (siehe Hinduismus, siehe Islam), wissen, dass wir Gott (im Hinduismus Göttern, in anderen Religionen zumindest einem universellen Gerechtigkeitsprinzip) nur schwer von uns aus gerecht werden können. Welch aufwendige Rituale zur Sündenreinwaschung habe ich bei den Hindus in Nepal erlebt, wie asketisch lebten die Buddhisten, um ihre Interpretation von Erlösung sich verdienen zu können. Wie der Hamster im Rad strampelt sich alles ab … selbst der Moslem, der fünf Mal am Tag und mehr betet, kann sich nie im Leben sicher sein, ob Allah ihn am Ende nicht doch verstößt. Ein sinnloses Abstrampeln sind all diese religiösen Pflichten und Rituale. Als ob wir damit den Schöpfer von Himmel und Erde wirklich beeindrucken könnten, jenen Schöpfer, der Galaxien erschaffen hat gegen die der Mensch ein Staubkörnchen ist. Nur Gott selbst kann uns befreien. Nur er kann uns retten. Nur er kann unser Abstrampeln beenden. Und er hat es getan. Einen schmalen Weg hat er uns geschaffen: Christus! In ihm offenbart sich seine ausgestreckte Hand, die einen neuen Pakt, einen neuen und endgültigen Friedensvertrag schließen möchte. In Christus ist meine Zuversicht. In Christus alleine.

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