Das Geschenk des Lebens

Begreifen wir je, was für ein Geschenk uns hier zuteil wird? Ich könnte statt hier zu sitzen und zu schreiben die Welt aus den Angeln heben. Mein Leben gab es so noch nie zuvor. Was ich auch tue, es ist ein Original.

Aber behandeln wir es auch als Original? Wir orientieren uns an vorgefertigten Geschichten, Regeln, wie wir uns zu verhalten und was wir zu tun haben, sogar Gedanken scheinen vorgekaut zu sein. So beobachte ich z.B. die Geschehnisse bei meiner Arbeit, und vom Abteilungsleiter bis zum Sachbearbeiter, sie alle spielen eine Rolle, sie erfüllen eine Funktion der Funktionsbeschreibung entsprechend. Doch spätestens im Privaten bin ich vollkommen frei?! Ich muss hier jetzt nicht sitzen und Eintrag Nr. XY formulieren, ich könnte nun einfach aufstehen und irgendetwas tun, das ich noch nie zuvor getan habe. Wer zwingt mich, es nicht zu tun? Ich lebe in einem freien Land.

Selbst wenn wir jedoch in unserer Rolle ganz zufrieden sind und sie freiwillig und mit Freude ausfüllen … Denn ich mag meine Routine vielleicht sogar sehr gerne, möchte gar nicht jede Sekunde so gestalten, dass sie keiner Sekunde davor und keiner Sekunde danach gleicht, denn das artet irgendwann in Stress aus, so dass ich gar nicht genießen kann… Bereits die bloße Möglichkeit sich vor Augen zu rufen, dass jede Sekunde ein Original ist, ob ich sie nun vollkommen einzigartig oder nach einem alltäglichen Muster gestalte, halte ich für außerordentlich bedeutsam: Es zeigt nämlich, wie wertvoll dieses Leben ist. Dass es ein Geschenk ist von unendlicher Größe. Denn selbst wenn wir uns an Rollen und Mustern orientieren, wir rezitieren hier nicht ein vorgerfertigtes Drehbuch, das Leben ist kein Theaterstück, in dem wir nur eine Figur zum Leben erwecken, die ein anderer erfunden hat. Das Leben ist das Leben. Original, nie da gewesen, nie mehr exakt so wiederkommend. Ich bin „Ich“, keiner vor mir war „Ich“, keiner nach mir wird „Ich“ sein.

Hier sitze „Ich“, Utopio, und schreibe. Dort sitzt „Du“,…, und nur deine Augen lesen diese Sätze wie „Du“ sie liest. In diesen Millisekunden berühren sich zwei Originale, mein und dein Ich, unser Lebensatem gibt dem anderen einen kleinen Hauch von sich. Ein Lebensatem, der uns vom Schöpfer eingeblasen wurde, wir von Jahwe kommend sind als Ebenbilder ganz und gar individuelle Ichs. Das Leben also unendlich unfassbar. Nutzen wir es … packen wir das Leben und pressen alles aus ihm heraus! Mit diesem Leben ist mir mehr gegeben worden als ich in Worte fassen kann.

Vor dir ist Freude in Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich.

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