Es gibt so viele Gründe…

…nicht daran zu gauben, dass es die richtig gute Entscheidung gibt.

Wenn ich diskutiere bin ich überzeugt davon, was gut ist. Es gibt ein heheres Ziel, das es anzuvisieren gilt. Aber in der Realität verschwimmen die verschiedenen Ziele zu einem undurchsichtigen Brei an Abwägungen. Denn als Ökonom weiß ich, „there ain’t no such thing as a free lunch“. Auf gut Deutsch, es gibt nichts umsonst. Alles in dieser Welt kommt mit einem Preis. Und wir müssen nicht zwischen Gut und Böse wählen, sondern dazwischen welcher Preis uns zu teuer ist. Alles wird zu einer Güterabwägung. Wo liegen meine Prioritäten und meine Grenzen? Wie viel bin ich bereit von dem einem für das andere zu opfern?

So argumentiere ich z.B. gerne leidenschaftlich für ein besseres Bildungssystem. Natürlich will ich als Christ Schulen, die absolute Chancengleichheit ermöglichen. Alles unter 100% ist doch teuflisch. Ich bin mir ganz sicher, dass ich hier auf der Seite der Guten stehe und nichts anderes als ein Top-Bildungssystem hat das Ziel eines jeden Christen zu sein. Doch das System, das mir vorschwebt, bedeutet teure und ungewisse Investitionen. Dieses Geld wächst keineswegs auf Bäumen, es kommt von Steuereinnahmen. Das Geld an dieser einen Stelle zu investieren, bedeutet gleichzeitig an einer anderen Stelle Geld wegnehmen zu müssen. So könnte z.B. weniger Geld für Straßen oder Hartz-IV übrig bleiben. Und umso mehr ich auf Perfektion schiele, umso teurer wird es, umso weniger bleibt für andere Aufgaben. Oder es müssen neue Einnahmequellen erschlossen werden, was gleichzeitig bedeutet andere Menschen finanziell bluten zu lassen.

Es gibt hier kein klares Schwarz und Weiß. Und dabei ist das nur ein sehr stark vereinfachtes und noch relativ leicht verständliches Beispiel. Von diesem Punkt ausgehend lässt sich ein noch viel, viel feines Netz aus Abwägungen weiterspinnen, bis dieses Netz alle Bereiche meines Lebens und der ganzen Gesellschaft umspannt und durchzieht.

Und am Ende stirbt der kindliche Glaube, der die Welt wie ein Märchen betrachtet, es in das Gute und das Böse einteilt. Und damit stirbt auch der Held und der Heilige und überhaupt das Gute und das Böse. Nur das asketische Mönchtum scheint diese einfache Kindlichkeit noch zuzulassen. Aber das ist erst Recht eine Illusion. Es bewahrt sich seine Einfachheit durch die Flucht vor der Welt. Weltflucht kann allerdings nicht die Antwort auf die Komplexität der Fragen unserer Welt sein.

Vielleicht ist es auch gar nicht schlecht, dass diese Welt nicht so simpel gestrickt ist wie ein Märchen, denn diese Erkenntnis macht demütig. Es kann durchaus Absicht sein, dass diese gefallene Welt keine einfachen Antworten und keine einfachen Schubladen zulässt. So werden wir uns der eigenen Fehlbarkeit bewusst und erkennen, wie sehr wir auf äußere Erlösung angewiesen sind. So erkennen wir im Nächsten uns selbst und dass wir ihn gar nicht richten können, ohne gleichzeitig uns selbst zu richten…So bleibt Gott Gott und das Paradies Paradies.

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