Was bedeutet es für mich Christ zu sein?

Nicht theologisch gesehen. Was Christen glauben, kann jeder nachlesen und darüber werde ich bestimmt noch viel schreiben. Was bedeutet es für mich als Mensch?

Für mich bedeutet es etwas tun zu dürfen, für das man als erwachsener Mann schier ausgelacht wird: Zu glauben, zu hoffen, zu lieben.

Ich meine damit nicht nur an einen himmlischen Schöpfer zu glauben, sondern noch viel mehr. Zu glauben heißt für mich, dass ich Liebe zulassen darf. Es bedeutet meine inneren Schutzmauern einfach fallen lassen zu dürfen. Ich muss nicht mehr zweifeln, „und was habe ich davon?“. Ich brauche nicht zu fürchten, „will der andere mir etwas?“. Ich kann jeden anderen Menschen um mich herum einfach lieben, auch wenn es mir gar keine Vorteile bringt. Ich darf darauf hoffen, dass es eine von Gott eingehauchte Seele in jedem Menschen gibt, mit der sich meine Seele verbinden kann. Nach dieser Verbindung kann ich suchen. Ich darf hoffen, dass in jedem Menschen dieser göttliche Funke steckt. Ich darf über die Materie hinausschauen und glauben, dass äußere Unzulänglichkeiten oder Fehler, sowohl die meinen wie auch die anderer, unbedeutend sind. Ich darf menschengemachte Konventionen annehmen oder ignorieren. Ich kann in jedem mehr sehen als sein Geschlecht, seine Hautfarbe, seine Position, Funktion, oder Einkommen, sogar mehr als seine persönlichen Schwächen und Stärken. Ich darf zärtlich sein, ohne Hintergedanken. Ich darf schwach sein. Ich darf loslassen. Ich darf mich dem Überlebenskampf verweigern und bei einer schlichten Liebe verweilen. Ich darf weich sein, auch wenn ich davon Nachteile habe, und muss nicht alles erkämpfen. Ich darf es immer wieder aufs Neue versuchen, und das Gestern vergeben und vergessen. Ich darf frei ich selbst sein, ohne darauf zu hören, was andere für mich für richtig halten. Denn ich muss mich vor keinem Menschen rechtfertigen. Ich darf hoffen, dass auf jede noch so finstere Nacht ein neuer Tag folgt. Ich darf Emotionen zulassen. Ich darf hoffen, dass es ein Happy End gibt. Ich darf genießen, ohne schlechtes Gewissen. Ich darf mit einem anderen voll und ganz mitfühlen, ohne Schranken aufzubauen, ohne zu richten.

Ich darf glauben, dass mein Leben und das Leben aller anderen kein Zufall und kein unbedeutender Tropfen im Ozean der Zeit sind. Ich glaube, dass wir gewollt sind und dass wir die anderen und uns selbst wollen dürfen.

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