Ein leiser Ton

schwingt sich auf in den Wind. Übertönt vom Getöse des Sturms, schwebt er über Dächer und Baumwipfel. Ziellos scheint sein Weg, doch seine Botschaft ist klar. Wer jetzt ganz genau hinhörte, seine Augen schloss, die Welt ausblendete, der würde den Ton ganz sachte im Hinterkopf vernehmen. Aber das Brausen von rauschenden Blättern und knackenden Ästen, das Heulen der Böhen in den Gassen, das Brasseln der Tropfen des stärker werdenden Regens, sie lenken das Ohr ab auf andere Dinge. Diese sind jedoch ohne Dauer, der Sturm nur eine Phase die kommt und wieder geht. Der Ton aber ist Teil einer Melodie und die Melodie Teil eines Stücks. Wenn sie diesen kleinen, unscheinbaren Ton vernähmen und auf seine Botschaft hörten, sie würden den Sturm sogleich vergessen und ihre triviale Angst vor dem, was er wohl bringen möge. Der Ton entspringt einer Posaune. Noch ist sie leise. Die Premiere jenes Stücks steht noch aus. Doch jetzt, da es noch nicht aufgeführt wurde, hat jener sachte Ton die größte Kraft zur Veränderung. Man müsste nur kurz inne halten, nur für eine Sekunde, und seiner Nachricht lauschen. Sobald die erste Posaune aber in voller Stärke ertönt, öffnet sich der Vorhang und das letzte Stück beginnt…

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