Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!

Ein Widerspruch in sich, Kraft, schwach und mächtig in direkter Reihenfolge zu nennen, ja in eine unmittelbare Kausalität zu setzen? So scheint es auf den ersten Blick. Aber wir haben es hier nicht mit irgendeiner Kraft und irgendeiner Macht zu tun. Diese Kraft, von der ich spreche, ist nicht von dieser Welt, sie ist an keine unserer menschlichen Maßstäbe gebunden. Diese Kraft hat ein Universum aus der Finsternis des Nichts gehoben. Sie hat verhindert das Menschen verbrennen, sie hat Meere gespalten. Aber warum ist sie in den Schwachen mächtig?

Weil wir hier von Gottes Kraft sprechen!

Der Satz entstammt Paulus Brief an die Korinther, die sich als Errettete in ihrem Selbstverständnis überhoben haben und in ihrer Überbetonung der Geistesgaben bereits glaubten der Welt entronnen zu sein. Ganz im Gegensatz zu Paulus, bei dessen Preidgt bereits ein Zuhörer vor Langeweile gestorben ist, und vor allem ganz anders als Paulus von Leid, Verfolgung und Krankheit gebeutelten Missionsreisen. Aber noch entscheidender … es ist auch ganz anders als Gottes Sohn, der die Welt nicht mit der Macht von tausend Engellegionen, die ihm zu Dienste gewesen wären, nicht mir dem Schwert, nicht mit der schrecklichen Macht aus Gottes Herrlichkeit erretete. Sein Erlösungsakt endete mit dem Gang ans Kreuz, einer unendlichen Ohnmacht. Gottes eigene Kraft, die es vermochte Vergebung für die Sünden zu erwirken, erlangte dort den Höhepunkt, wo Gott sich selbst ohnmächtig machte … im Kreuzestod seines Sohnes Jesus Christus. Der krönende Abschluss seiner unendlichen Schwäche drückt Jesus in seinen letzten Worten aus, wenn er Psalm 22 zitiert:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Wir verstehen nicht, wie Jesus diese Worte sprechen konnte. Wie konnte er, der Sohn Gottes, von Gott verlassen worden sein? Das liegt daran, dass wir Psalm 22 nicht vollständig kennen.

Denn diese Worte der Schwäche sind nur der Beginn des Psalms. Doch wie endet Psalm 22 eigentlich?
„Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden; / und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben.
Es werden gedenken und sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden.
Denn des HERRN ist das Reich, und er herrscht unter den Heiden.
Ihn allein werden anbeten alle, / die in der Erde schlafen; vor ihm werden die Knie beugen alle, / die zum Staube hinabfuhren und ihr Leben nicht konnten erhalten.
Er wird Nachkommen haben, die ihm dienen; vom Herrn wird man verkündigen Kind und Kindeskind.
Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird. Denn er hat’s getan.“

Aus der „Schwäche“, der Ohnmacht Gottes am Kreuz, erwächst eine unendliche Stärke: Der Beginn des Gottesreiches in dieser Welt.

Und so ist es auch bei uns: Gott kommen wir in unserer eigenen Schwäche am nähsten. Dann erst ergeben wir uns ohnmächtig und erkennen, dass Gott wahrhaftig Gott ist. Nur im Angesicht unserer Schwäche können wir von unserem Ego fortblicken. In der Schwäche richten wir unser Vertrauen auf IHN. Als Belohnung durchzieht uns seine Kraft, verleiht uns Vergebung und Gaben, macht uns mächtig … krönt und salbt uns zu Königen und Priestern einer neuen Welt, eines bislang noch unsichtbaren Reichs, in dem die Elenden essen und die Kleinen ganz groß sind. Denn in der Schwäche nur erkennen wir: Denn ER(nicht wir) hat’s getan!

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