Sind Christen Monster?

Medienberichten zufolge wurde nun eindeutig festgestellt: Christen sind schreckliche Monster.

Wie kommen sie zu diesem Schluss?
Befragt, woher sie diese Information nehmen, werden verschiedene Pastoren zitiert. Die Pastoren predigten von Schuld, danach drei Pünktchen […]. Ist das nicht Anlass genug die Behauptung aufzustellen, Christen seien im Grunde islamistische Fundamentalisten, nur mit Kreuz statt Bombengürtel? Dass sich Christen nicht in Menschenmengen in die Luft sprengen, mag nur kurz irritieren. Dann wird wieder der Pastor zitiert, oder zumindest das Wort Sünde, eingeklammert in drei Pünktchen vorne […] und drei Pünktchen hinten […]. Dem ganz Kleveren fällt vielleicht noch ein, dass da was mit Auge um Auge in der Bibel stand, oder so ähnlich. Wen interessieren schon Details? Hauptsache man hat eine Schlagzeile: Christen sind Monster.

Dass jenes Evangelium hinter diesen drei Pünktchen eigentlich von Vergebung der Schuld und von Versöhnung erzählt, dass jener im Zentrum des Glaubens stehende Jesus vor und hinter den drei Pünktchen sprach: „aber ich sage euch, liebet eure Feinde“, das fällt gleich mal unter den Tisch. Ebenso, was das Wort Evangelium eigentlich ins Deutsche übersetzt bedeutet: Frohe Botschaft, und was daran eigentlich froh sein soll.

Woher kommt es, dass Christen zunehmend als Feindbild stilisiert werden. Gibt es eigentlich schon das Wort christophob? Und wenn Nein, warum nicht? Heutzutage gibt es doch den Suffix -phob hinter allem!

Haben wir Christen es verdient, dass man uns gar nicht mehr verstehen möchte? Sind unsere Sünden der Vergangenheit so groß, dass wir keine Gnade mehr verdienen, man uns alle in einen Topf werfen muss? Ist vergangenes und gegenwärtiges Pharisäertum in christlichen Kirchen so schwerwiegend, in den Köpfen der Menschen so eingebrannt, dass wir alle, die wir uns Christen nennen, gar kein Recht mehr haben unseren Glauben ohne Entschuldigung leben zu dürfen? Oder sind es vielleicht nur wenige, die so krass denken wie ich es mancherorts lese. Sind diese Wenigen einfach nur so laut, dass alle anderen Stimmen dahinter verhallen?

Welcher Nicht-Christ mag auf einen Christen mit demselben Verständnis zugehen wie er sich auch mit Neugierde anderen Religionen und Kulturen nähert, die ihm eigentlich fremd sind? Wer mag sich die Mühe machen zwischen ernsthaftem Glauben (friedfertigem „Fundamentalismus“ wie ihn die Mönche z.B. leben) und radikalem, gewalttätigen Glauben zu unterscheiden?

Und im Gegenzug sollten wir Christen unsere Sünden eingestehen und um Entschuldigung bitten:
Wir sind fehlbar, predigen von etwas Höherem und Heiligen, dem wir selbst allzu oft nicht gerecht werden. Vieles ist schon falsch gelaufen in so ziemlich allen christlichen Kirchen. Vom Evangelium als frohe Botschaft ist zu oft zu wenig zu erkennen, auf einem zu hohen Ross sitzen wir manchmal. Doch obwohl wir Christen zu selten Christus in Liebe und Demut wirklich nachfolgen, wie wir es eigentlich unserem Glauben gemäß tun sollten: Die Botschaft Christi bleibt eine frohe…auch trotz unserer Fehler.

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Ein Kommentar zu „Sind Christen Monster?

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  1. In der Vergangenheit haben die Christen (Katholiken) schon Schuld auf sich geladen,
    aber das haben andere Glaubensrichtungen auch, und andere Völker und Menschen aus unterschiedlichsten politischen Ansichten …
    ABER als schuldig angesehen werden immer nur bestimmte Leute,Religionen,Politströmungen …

    woran liegt das ?
    WER urteilt eigentlich über Schuld un Recht ?

    :wave: Bärlinerin

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