Sind wir eine biologische Maschine?

Der menschliche Körper ist ein sehr komplexes Konstrukt aus Zellen, die in ihrer Summe Organe und Gliedmaßen und das Gehirn bilden, das vielleicht komplexeste System des Universums. Es kann einen ins Staunen versetzen, wenn man bedenkt, dass dieser ganze Körper auf den Informationen unserer in jeder Zelle verborgenen DNA herrührt. Wir sind das Produkt einer Eizelle und einer Samenzelle, die ihre Informationen einst verschmolzen. Durchs Klonen genügt neuerdings sogar nur die Information einer einzigen Zelle, um zumindest in der Theorie einen neuen Menschen zu schaffen. All die Komplexität unseres ganzen Körpers liegt verborgen in einer einzigen Zelle, die etwa 0,2 Millimeter groß ist. Wie unglaublich ist das?

Doch umso größer unsere Erkenntnisse über unseren Körper werden, umso mehr drängt sich die Frage auf: Ist das alles? Sind wir wirklich auf diese 0,2 mm begrenzbar, sind wir nur das Produkt eines klever konstruierten Programmcodes? Richtig deprimierend wird es, wenn die neusten Erkenntnisse der Neurowissenschaften hinzugezogen werden. Etwas kompliziertere Computer scheinen wir zu sein. Wir reagieren auf vorhersehbare Weise, bald wollen erste Wissenschaftler anhand von Gehirnscans unser Denken vorhersagen können. Wie wir unserem Dackel das Sitz einprägen, sind wir durch verschiedene Erfahrungen und unsere Millimeter große DNA geprägt. Muss man bei uns vielleicht wirklich nur die richtigen „Knöpfe“ drücken, sind wir kontrollierbar wie eine Maschine? Ist unser ganzer Körper nur ein mechanisches Ding, das sich selbst einredet etwas besonderes zu sein? Ist ein freier Wille nur Illusion? Entscheiden in Wahrheit synaptische Verbindungen weit jenseits unseres bewussten Denkens schon lange vorher, ob wir nach rechts oder links „wollen“.

In der Weltanschauung der materiellen Reduktion existiert nichts als Materie. Keine Seele und kein Geist. Unsere Wissenschaft baut darauf auf. Sie muss es, denn Materie kann nur Materie messen. Aber offen bleibt per Definition, gibt es noch etwas, das ich nicht messen kann? Gibt es etwas, das über die Materie hinausgeht? Dass jede messbare Reaktion sich in der Materie widerspiegelt ist für sich noch kein Widerleg. Das bedeutet nur, dass in dieser Welt alles an Materie gebunden ist. Aber heißt das, dass es nichts anderes als Materie gibt? Wenn ich an Grün denke, kann ich im Gehirn einen aktiven Bereich feststellen, der für den Gedanken zuständig ist. Der Gedanke ist nicht unabhängig von meinem Gehirn, sondern an ihn gebunden. Aber bedeutet das automatisch, dass die elektrischen Signale in meinem Kopf alles sind, das den Gedanken ausmacht und ausreichen ihn vollumfänglich zu beschreiben? Oder gibt es da noch mehr?

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