Kindsmord durch Abtreibung

Bereits seit langem finde ich es nicht in Ordnung, was hierzulande so massenweise geschieht. Dass hier Leben vernichtet werden, war schon meine Überzeugung bevor ich mich näher mit dem christlichen Glauben beschäftigte. Das mag daran liegen, dass gerade wir Deutschen mit unserer brutalen Geschichte und Euthanasie-Vergangenheit sensibler mit einem solchen Thema wie Lebensschutz umgehen sollten. Dürfen wir wirklich wieder beginnen zu unterscheiden, welcher Mensch lebenswürdig ist und dass Embryonen und insbesondere ungeborene Behinderte lebensunwürdig sind? Die Vergangenheit wiederholt sich tagtäglich.

Ich bin eigentlich nicht der Typ, der emotional oder aggressiv reagiert, der andere Menschen an den Pranger stellt oder über sie richtet. Das möchte ich auch nicht. Meine Einleitung mag außerdem etwas polemisch klingen. Doch dieses Thema werde ich nie vollkommen urteilsfrei nachvollziehen. Denn ich finde es schrecklich, was hier zu Tausenden geschieht…ohne große Proteststürme hervorzurufen.

Denn ein Embryo in der 12. Schwangerschaftswoche (bis zu der Abtreibungen stattfinden dürfen) ist keineswegs ein anonymer Zellhaufen wie es von Abtreibern immer behauptet wird. So sieht das ungeborene Baby zur 12. SSW aus:

Eindeutig lebendig, eindeutig menschlich. In diesem Stadium mag es noch nicht mehr vermögen als ein Tier, aber auch Tiere werden hierzulande zunehmend besser geschützt. Sogar Nervenbahnen sind in der 12. SSW schon entwickelt, die Entwicklung des Gehirns beginnt mit der 3. SSW. Sätestens ab der 3. Woche wird eine Abtreibung daher ethisch bedenklich. Es ist wahrscheinlich, dass das Kind schon früh empfindungsfähig ist. Damit ist es m.E. eine Tötung und nicht nur eine „nachträgliche Verhütung“.

Es ist erschütternd zu welcher Grausamkeit der Mensch gegenüber Angehörigen seiner eigenen Spezies fähig ist. Mit den richtigen Argumenten und Methode Strauß samt Pferdescheuklappen lässt sich so gut wie jede Tat irgendwie wegrationalisieren und das eigene Gewissen betäuben.

Andererseits mag ich mich nicht zum Richter erheben. Diese Rolle steht mir nicht zu. Die sich zur Abtreibung entscheiden fühlen sich aus irgendwelchen Gründen zu ihrer Entscheidung gezwungen. 90% aller Abtreibenden treffen diese gewiss nicht leichtfertig. Ich mag mir gar nicht ausmalen, welche psychischen Belastungen sie zu diesem Schritt drängen. Prävention muss dabei anfangen Hoffnung zu geben, nicht Personen an den Pranger zu stellen! Solange es Babyklappen und die Möglichkeit der Adoption gibt, ist jedoch keine noch so deprimierend anmutende Situation alternativlos. Es gibt immer einen Weg, selbst wenn man kein Kind großziehen möchte.

Das Ego wird angekratzt werden, die Psyche auf eine Zerreißprobe gestellt, evtl. die eigene Reputation vor anderen zerstört. Man muss sich auf einen Spießrutenlauf einstellen, wenn man ein Kind bekommt, das gar nicht kommen sollte. Aber mache ich es mir nicht zu leicht, wenn ich erwarte mich aus jeder Konsequenz herausstehlen zu können? Taten haben nunmal Konsequenzen. Vergewaltigung mal außen vor gelassen, hier kann ich den Entschluss emotional durchaus verstehen, die Tat war nicht die eigene, man selbst das Opfer. Aber ansonsten: Sind die möglichen Konsequenzen einer Geburt für mein Ego, meine Zukunftspläne, mein Ansehen bei anderen Menschen,… nicht das geringere Übel im Vergleich zur Tötung eines menschlichen Wesens? Ich glaube am Ende werden wir sowieso eines Tages für unsere Taten von höherer Stelle zur Rechenschaft gerufen, dann die Konsequenzen doch lieber gleich schon hier auf Erden tragen. Hier auf Erden ist nämlich immer auch ein Neuanfang möglich…

…im Übrigen auch für alle, die sich irgendwann einmal in ihrer Vergangenheit gegen die Geburt ihres Kindes entschieden haben. Es wird keiner verworfen! Es ist immer Versöhnung möglich. Wenn ich mich der Vergangenheit stelle, wartet neue Hoffnung und ein neuer Anfang bei Null. Denn ER wirft nicht den ersten Stein!

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2 Kommentare zu „Kindsmord durch Abtreibung

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  1. Diese Entscheidung ist eine der schwersten im Leben. Jedoch nur eine Sache derjenigen, die es betrifft und die sich für oder gegen ein Kind entscheiden.

    Ein Urteil steht Außenstehenden nicht zu. Der Kirche schon gar nicht.

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  2. Das ist mir zu einfach.
    Die Person entscheidet ja nicht nur über sich … sondern auch über das Leben einer zweiten unschuldigen Person, die sich nicht wehren kann.

    Jedoch glaube ich, dass sich durch Urteile Abtreibungen nicht verhindern lassen.

    Das geht nur durch Hoffnung. Irgendwie muss den Frauen Hoffnung geschenkt werden. Hoffnung auf ein Leben mit Kind. Egal wie schrecklich die Situation derzeit auch sein mag.

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