Die Wand – die uns trennt

Sie liegt gläsern zwischen mir und dir, ich sehe nur deinen Schatten durch meine Seele streifen. Neugierig betrachte und betastete ich die Struktur dessen, das uns nie wahrhaft zueinanderfinden lässt. Verzweifelt schlage ich gegen sie, will sie mit Wucht zerbrechen. Meine Frust entlädt sich an ihr in wilden Stürmen des Zorns. Doch sie hält alles aus. Dumpf nur klingt mein Ausbruchsversuch in deiner Seele nach, kaum lauter als die Straße vor der Türe. Mit stillen Augen suche ich resigniert nach dem einen Riss, der sie niederreißt. Über alle Zeit erhaben bleibt sie unvergänglich. Für mich bröckeln die Sekunden weg. Ich wage es nicht zu schreien, doch fühle ich mich danach die Wand niederzubrüllen. In Fesseln liege ich in mir, meine Brust hebt und senkt sich geräuschlos. Kleine Lichter, die durch das Glas dringen, zeigen mir ein verwischtes Bild der Welt. Ich betrachte ihre Silhouetten, klammere mich daran fest. Ist das die Realität? In der Krise erkenne ich erst, dass es nur ein Schatten ist. Das Licht nicht die strahlende Sonne, nur eine Reflexion. Vor Wut weine ich zusammengekrümmt in mir. Nur eine Ahnung von dir. Meine Sehnsucht reißt mich auseinander, doch durch sie komme ich nicht. Wenn ich nur eine unverfälschte Botschaft verschicken könnte. Nur eine empfangen. Tränen klatschen auf den Boden. Reißt sie nieder! Lass mich nicht allein in mir. Ist da noch wer?

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