Hass gegen die Juden – ein geistlicher Kampf

Er ist weit verbreitet bis in die heutige Zeit. Dazu muss man gar nicht die Zeit des 3. Reichs bemühen. Bis heute existieren Verschwörungstheorien zum jüdischen Finanzkapitalismus und bösartigen Zionisten, die angeblich die Welt beherrschen möchten.

Ich frage mich, woher dieser Hass eigentlich kommt. Juden hatten überhaupt erst seitdem Israel nach dem 2. WK wieder gegründet wurde unmittelbare politische Macht wiedererlangt. Aber lange nicht alle Juden sind Israeliten. Davor existierte überhaupt gar keine politische Organisation, welche für die Interessen der Juden hätte eintreten können. Und doch wurden sie für alles Schlechte zum Sündenbock gemacht.

Ich vermute dahinter eine geistliche Dimension. Der Bund Jahwes mit den Juden wird nirgendwo aufgehoben. Sie waren, sind und bleiben Gottes auserwähltes Volk auf Erden. Selbst wir Christen oder Muslime, die behaupten an denselben Gott zu glauben, müssten das als Wahrheit anerkennen, wenn sie zu sich ehrlich sind. Die Juden und kein anderer sind von Gott auserkoren, bei ihnen soll es beginnen, aus ihren Reihen geht das Gottesreich hervor. Das ist natürlichen denen ein Dorn im Auge, die kein Gottesreich wollen. Die Auslöschung der Juden ist eng mit dem Kampf gegen den Gott Abrahams und Isaaks verbunden. Die Juden stehen für diesen Gott wie kein anderes Volk. Wer gegen ihn ist, muss die Juden hassen. So denken wir zurück, dass Hitler, wenngleich er in seinen Reden manche christliche Metapher verwendete, das Fernziel hatte den christlichen Glauben durch germanische Götterkulte zu ersetzen. Der Hass gegen die Juden ist m.E. dämonisch. Das mag nun jeder auslegen wie er mag, ob er wahrhaft an die geistliche Dimension glaubt, oder das Dämonische ein ganz weltlich-menschlicher Hass gegen den Glauben an den Gott von Juden und Christen ist.

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4 Kommentare zu „Hass gegen die Juden – ein geistlicher Kampf

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  1. Nicht Gott hat erklärt, dass die Israeliten das auserwählte Volk sind. Diese Legende hat sich der Autor der 5 Bücher Mose ausgedacht.

    Das ist nicht ungewöhnlich, in der Literatur erklären mehrere Autoren, dass das eigene Volk etwas Besonderes ist.

    In den oben erwähnten Büchern wurde ausgesagt, Gott hätte ihnen das Land Kanaan übergeben. Das war Rechtfertigung genug, den dortigen Bewohnern das Land wegzunehmen und sie zu erschlagen.

    Damit haben sie zugleich das Gebot verletzt: „Du sollst nicht töten!“

    Wer einen Krieg beginnt, findet dafür immer eine Rechtfertigung!

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  2. Ein großes Übel gegen die Juden ging ja geschichtlich paradoxerweise von Christen und Muslimen aus. Für die aber müsste eigentlich gelten (insb. für Christen): Gott hat die Juden zum auserwählten Volk erwählt. Indem sie sich gegen die Juden wenden, wenden sie sich gegen ihren eigenen Gott.

    Hass gegen die Juden gab es aber auch aus atheistischer Seite. So gab es auch einen starken Antisemitismus im Kommunismus, da der ganze Übel des Feindbilds Kapitalismus auf die Juden projiziert wurde. Hier wendet man sich indirekt gegen den Gott der Juden, den man allerdings nicht als echten Gott sondern nur sinnbildlich als Projektion der Juden versteht. Dieser Hass wird hinter dem Deckmental der Religions- und Kapitalismuskritik geschürt.

    Als Christ glaube ich, dass hinter unserer sichtbaren Welt aus Raum und Zeit eine weitere Wirklichkeit zu entdecken ist. Ich sehe das Ganze daher nicht sinnbildlich. Letztendlich ist es aber – wie auch immer man es interpretiert – erstaunlich, dass dieser Hass so religions- und weltanschauungsübergreifend von Christen, Muslimen und Atheisten geteilt wurde. Obwohl er jeder Rechtfertigung entbehrt. Wenn wir uns schon nach 70 Jahren aus der Verantwortung stehlen, kann Kanaan kaum als Grund für Jahrtausende der immer wiederkehrenden Verfolgung herhalten.
    Ich vermute daher eine geistliche Dimension, die aber natürlich niemand teilen kann, der nur an sichtbare Materie glaubt.

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  3. Zitiere: Nicht Gott hat erklärt, dass die Israeliten das auserwählte Volk sind. Diese Legende hat sich der Autor der 5 Bücher Mose ausgedacht.
    —-

    Dieser Autor war der Gott der Juden. Nachdem Gott aber Geist ist, musste er sich des Mose bedienen, um alles nieder zu schreiben.

    In der Zeit von Mose waren die Errungenschaften von Ländern durch Kriegseinsätze üblich. Der Stärkere gewann.
    Auch die Philisten haben Kanaan vorher irgend einem anderen Volk abgeknöpft. Und sicher nicht, indem sie sie auf Knien darum gebeten hatten.

    Ausserdem heisst die richtige Übersetzung „Du sollst nicht morden“, was einen grossen Unterschied macht zu dem Wort „töten“.

    Soweit ich aber das Pentateuch aufgefasst habe, haben sich die Israeliten mit den Philistern arrangiert. Und es kam sogar soweit, dass Israeliten philistische Frauen ehelichten. Also Gottes Gebot, sich mit einem anderen Volk zu vermischen, missachteten.
    Hätten sie versucht, das Land zu erobern und die Philister davon gejagt,dann gäbe es heute keine Palästinenser; denn das sind die ehemaligen Philister.

    Gott sagte nicht, dass sie die Bewohner von Kanaan töten sollen, sondern dass sie sich das Land aneignen dürfen. Es gibt genug andere Option sich ein Land anzueignen, anstatt die Menschen zu töten.

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  4. Deine Theorie hat viel für sich. Sie ist übrigens schon von Franz Rosenzweig vertreten worden, den ich ausdrücklich empfehlen möchte.
    Antisemitismus ist der Neid auf die Auserwähltheit der Juden. Hitler wollte ja die Deutschen zum auserwählten Volk machen. Na ja, wie das ausgegangen ist, wissen wir ja.

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