Niedergefahren in die Hölle

Das ist das Schicksal Jesus, schrecklich und grausam.
Niedergefahren in die Hölle hieß es einst in der alten Fassung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. In dieser Formulierung steckt eine Botschaft, grausam und fröhlich zugleich:

Wir sind vor Gott schuldige Sünder und leben in einer von Gott abgefallenen Welt.
Gottes Gericht stieß in Jesus Tod am Kreuz als tödliche Wirklichkeit in die Welt hinein.
Jesus trug das Gericht Gottes an unserer Stelle.
Im Gericht Gottes wurden wir Sünder im Glauben an Jesus von unserer Schuld befreit.

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
(Psalm 22, Markus 15, Matthäus 27)

Es sind die einleitenden Worte in Psalm 22, die Jesus hier am Kreuz zitiert. Der Psalm ist in der Luther-Bibel überschrieben mit „Leiden und Herrlichkeit des Gerechten“. Sie sind auch die einleitenden Worte ins Gericht Gottes. Seine Gerechtigkeit fährt nieder auf Jesus – Gottes inkarniertes Wort. Sein Gerechter erleidet die gesamte Ungerechtigkeit unserer abgefallenen Welt. Ohne je eine Sünde begangen zu haben wird er auf die grausamste Weise hingerichtet, die Menschen sich erdenken konnten. Im Gefühl der Verlassenheit und Ohnmacht verreckt Jesus. Und alle Ungerechtigkeit der Welt wird auf seine Schultern mit ihm ans Kreuz genagelt. Diese Ungerechtigkeit drückt ihn hinab ins Totenreich, die Hölle – welche für uns bestimmt gewesen wäre – wird ihm zum Schicksal.

Christus, der die Sünde der Welt auf sich nahm, lud damit den Fluch der Sünde, die wahrhaftige Strafe, die Verdammnis und Verwerfung von Gottes Angesicht auf sich. Sein Kreuz und Tod ist Gericht Gottes über die Sünden.

Am tiefsten Tiefpunkt der Menschheit liegt Jesus ohnmächtig begraben, hinabgestiegen in das Reich der Toten. Das ist der Endpunkt der absoluten Menschwerdung/der Selbsterniedrigung Gottes, wie es im Philipperbrief steht. „Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.“

Und am untersten Ende, dem Tiefpunkt unendlicher Schwäche, absoluter Machtlosigkeit, in der Mitte des zornigen Gerichts Gottes : Ein Wendepunkt.
Plötzlich hält die Weltgeschichte ihren Atem an und Gott greift ein in unendlicher Gnade.

Gottes Macht offenbart sich in ihrer ganzen Allmacht, da wo Jesus von ultimativer Ohnmacht überrannt wurde.

Am dritten Tage auferstanden von den Toten.

Die Liebe Gottes strömt ein ins Gericht und zerrt Jesus aus der Verdammnis der für uns getragenen Schuld zurück ins Leben, ins ewige Leben. Die Liebe Gottes erhöht ihn bis hinauf auf seinen Thron zur „Rechten Gottes“, „und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ (Philipper 2)

Das ist eine zweite Genesis, ein Schöpfungsakt, der aus der Verdammnis reißt und neues Leben schenkt.

Und wichtig für uns:
Diese zweite Schöpfung ist nicht auf Jesus beschränkt. Denn Jesus ist im Heiligen Geist in uns gegenwärtig. Jesus ist in Leib und Brot im Abendmahl gegenwärtig. Wenn zwei oder drei in seinem Namen zusammenkommen ist Jesus gegenwärtig. Jesus ist in uns. Der Heilige Geist wurde in der Taufe über uns ausgegossen!

Doch zuvor müssen wir den vollen Ernst unserer Lage erkennen:
Wir sind es, die dort unten in der Hölle stecken. Unsere Existenz liegt dort verloren und hoffnungslos. Nichts können wir tun, um dem Gericht Gottes zu entgehen, wie wir es eben am Beispiel Jesu aufgezeigt haben.

Aber wie Jesus zu uns hinabfährt in unsere Hölle nimmt er uns – wenn wir uns glaubend an ihn binden – Huckepack und zerrt uns während seiner eigenen Auferstehung mit sich hinauf. Wenn Gottes Ruf aus Psalm 16 donnernd erschallt: „Ich lasse nicht zu, dass mein Heiliger die Grube sehe“ fegt Gottes schöpferische Hand hinab zu Jesus und reißt ihn hinauf zum Leben. Und wenn wir mit Jesus verbunden sind, reißt diese Hand auch uns mit Jesus hinauf zum Leben und hinauf ins Paradies. Wenn wir mit Jesus verbunden sind durchweht uns Gottes schöpferische Hand und erschafft aus uns eine neue Kreatur, einen von der Sünde erlösten Menschen. Dann sind WIR mit Jesus am Wendepunkt der Geschichte plötzlich frei und haben plötzlich das ewige Leben.

Dies ist kein zeitlich auf vor 2000 Jahre begrenztes Ereignis. Hölle und Paradies sind jenseits von Raum und Zeit unseres Universums. Wir sind JETZT mit Jesus in der Hölle und werden JETZT mit Jesus auferstehen, wenn wir an ihn glauben durchfegt uns JETZT die Gnade Gottes, die uns hinaufreißt und von allem Bösen erlöst.

Wir müssen nur auf Jesus vertrauen! Kein eigenes Werk ist notwendig als nur, dass wir uns selbst an Jesus binden. Krallt euch fest an IHM! Lasst euch von IHM Huckepack nehmen. Das Alte stirbt in dieser Hölle, das Neue fährt auf zur Auferstehung.

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