Wehe euch Rassisten

Bis vor wenigen Jahren musste ich mich mit dem latenten Rassimus herumschlagen, der vielen meiner ausländischen Freunde immer wieder entgegenschlug. Jetzt wandelt sich das: Aus latentem Rassismus wird zunehmend offener Rassismus. So viele Anschläge auf Asylantenheime gab es seit Rostock vor mehr als 20 Jahren nicht mehr.

Sicher verstehe ich viele der Ängste. Gerade vor dem Islam sind diese teilweise auch nicht ganz unbegründet. Aber Angst ist nie ein guter Ratgeber. Wir dürfen nie vergessen: Wir verändern die mehr als die uns verändern. Noch nie sind so viele vom Islam abgefallen und haben sich taufen lassen wie in diesen Tagen. In Berlin waren es mehrere hundert Flüchtlinge. Gerade viele der Flüchtlinge sind oft selbst vor den radikalen des muslimischen Glaubens, vor ISIS und Co, geflohen. Dennoch bleibt natürlich das Risiko, dass auch hier vereinzelt Radikale dabei sind. Eine Risiko gibt es immer. Unser glaube mit unserem Geld absolute Sicherheit, die Voll-Rundum-Versicherung erwerben zu können ist eine Illusion, die in den nächsten Jahrzehnten immer weiter bröckeln wird.

Und Wirtschaftsflüchtlinge? Die Wut gegen diese kann ich nicht nachvollziehen. Bestenfalls sind es Irrgeleitete, die tatsächlich den falschen Glauben hegen in Deutschland das Wirtschafts-Paradies zu finden und der unsäglichen Armut in ihren Ländern zu entkommen. Vielleicht tun sie das sogar, weil auch das niedrigste Niveau in Deutschland besser ist als das Durchschnittsniveau in ihrem Land. Anspruch auf Asyl dürften sie oft nicht haben. Aber kann ich ihnen verübeln, dass sie es versuchen? Hätte ich es anders gemacht, wenn ich an ihrer Stelle wäre? Ich habe in Nepal Armut gesehen. Ich wäre auch geflohen, wenn so mein Alltag aussähe.

Was macht uns so besonders, dass wir uns als etwas besseres aufspielen können? Haben wir den Wohlstand verdient, mit dem wir uns die Bäuche vollschlagen? Oder die Sicherheit, in der wir uns wiegen? Nein, es ist eine unverdiente Gnade, die uns hier zuteil wird. Es ist ein Segen. Und was stellen wir mit diesem Segen an? Wir zünden Asylantenheime an!

Aber all die Rassisten, die jetzt johlen, über jeden abgeschobenen Ausländer, werden eines Tages für ihre Ansichten vor Gott stehen und zur Rechenschaft gezogen werden. „Denn ihr wisst, dass euer und ihr Herr im Himmel ist, und bei ihm gilt kein Ansehen der Person.“ (Epheser 5)

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Ein Kommentar zu „Wehe euch Rassisten

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  1. „Was macht uns so besonders, dass wir uns als etwas besseres aufspielen können? Haben wir den Wohlstand verdient, mit dem wir uns die Bäuche vollschlagen? Oder die Sicherheit, in der wir uns wiegen? Nein, es ist eine unverdiente Gnade, die uns hier zuteil wird. Es ist ein Segen. Und was stellen wir mit diesem Segen an? Wir zünden Asylantenheime an!“

    Schön geschrieben!
    Traurig, aber wahr – gegenseitiger Respekt ist momentan nicht alltäglich, schade …

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