Moderne Sklaverei

Wir denken gerne Sklaverei sei eine antike und längst überwundene Art der Ausbeutung. Der moderne, aufgeklärte Mensch steht über dieser barbarischen Art mit seinen Mitmenschen umzugehen. Aber das ist nicht die Wahrheit. Gerade hier in Deutschland entwickelt sich ein blühendes Geschäft mit der Ware Mensch. Deutschland, dieses in der Mitte Europa liegende Land, ist nicht nur Hauptverkehrsstraße für LKW-Ladungen, die von Osten nach Westen oder von Norden nach Süden fahren. Hier ist auch der Hauptumschlagsplatz für zumeist osteuropäische Zwangsprostituierte. Schätzungen gehen davon, dass weit mehr als 80% aller Prostituierte in Deutschland ihren Beruf nicht aus freier Entscheidung oder Lust an der Sache sondern aus Abhängigkeiten heraus tun oder gar durch Zwangsmaßnahmen gezwungen werden.

Wir kennen dies bereits aus der antiken Sklaverei. Auch damals mussten die Sklaven des jeweiligen Haushalts, insbesondere die Frauen, ihren Herren in allen Dingen gehorsam sein. Das schloss die sexuelle Komponente ganz selbstverständlich mit ein.

Das erschreckende ist, dass die Diskussion um Zwangsprostitution in Deutschland zum Erliegen gekommen ist. Sie liegt unter dem Deckmantel sexueller Vielfalt verborgen, wo spielerisch auch Bordelle – jene modernen Sklavenhäuser – nachgestellt werden sollen, und zuvor wurden sie bereits hinter dem gut gemeinten Versuch Prostituierte aus der Kriminalität zu holen versteckt, indem Prostitution gesetzlich als „normaler“ sozialversicherungspflichtiger Beruf behandelt werden sollte. Kaum noch hört man von jenen die Realität dominierenden Zuständen, weder in den Nachrichten noch in Talkshows. Stattdessen nur Verharmlosungen. Dabei ist es eine Branche mit gigantischen Profitmargen und Wachstumsraten, die sich zunehmend professionalisiert. Der billig gekleidete Proleten-Zuhälter ist ein Stereotyp von gestern, heute sind das international tätige, professionell gemanagte Unternehmungen.

Wie aber kann man diesen Frauen wahrhaft helfen? Zumeist stecken sie in finanziellen Zwickmühlen oder sind illegal in Deutschland, so dass ihnen ihr gegenwärtiges Schicksal als das kleinere Übel scheinen muss im Vergleich zu den Konsequenzen eines Behördengangs für sie oder ihre Familie.

Paulus schrieb einst an die Korinther, eine Stadt, die Sklaverei nur zu gut kannte. Auch er konnte die Situation der Sklaven nicht umstoßen. Aber er konnte betonen, welche Freiheit sie in Christus erlangen konnten. Und die Herren ermahnen ihren Sklaven ebenso zu dienen wie sie es von ihren Sklaven erwarten. Denn Gott steht über allen.

Das mag etwas Hoffnung für die Seele schaffen. Aber die politische Situation bleibt verzwickt. Ich kann nur um ein Wunder beten und ein paar Engel, die so manch eine Kette sprengen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: