Zeit unser ärgster Feind

War das früher eigentlich auch schon so? Dass wir um unsere Zeit kämpfen mussten. Zeit ist so kostbar und so knapp. Ich muss regelrecht ringen, dass ich und das Private nicht zu kurz kommen.

Wir haben so viel Zeit wie nie, selten waren die Arbeitszeiten so flexibel und so niedrig wie heutzutage. Zu Marx Zeiten war noch die 60 Stunden-Woche das übliche Minimum. Und doch haben wir scheinbar keine Zeit mehr füreinander. Ständig wird von einem zum nächsten gehetzt.Immer dieser Druck, unter dem wir zu zerbrechen drohen. Irgendetwas kommt ständig zu kurz, und i.d.R. ist das etwas im Privaten.

Vielleicht sind die Reisezeiten mehr geworden oder die Anzahl an Gruppen, in denen wir uns engagieren. Die Zersplitterung unserer Zeit hat vielleicht zugenommen. Früher hatte die Familie eine Landwirtschaft, so dass Privates, Geschäftliches, Heimat und Arbeitsplatz alle beisammen waren. Auch alle anderen relevanten Aktivitäten fanden im eigenen Dorf statt und konnten binnen weniger Minuten erreicht werden. Nichts konnte zu kurz kommen, da alles eins war. Vielleicht waren auch die Ansprüche niedriger und man hatte gar nicht die Erwartung viel mehr vom Leben zu bekommen als harte Arbeit.

Oder gab es auch damals schon Diskussionen, warum so viel Zeit für Beruf und so wenig für Privates verwendet wird? Oder warum bestimmte Freunde ständig vernachlässigt werden, weshalb man immer alleine fort muss? Gab es auch damals schon Burn-Out, weil die rechte Balance zwischen Work und Life nicht gefunden wurde? Vielleicht wurde in der Vergangenheit auch einfach weniger darüber gesprochen. Oder durch die Rollenverteilung, Mann arbeitet, Frau bleibt zu Hause, gab es eine Art Arbeitsteilung zwischen Work und Life.

Ich weiß es nicht. Ich bin nur den Kampf Leid.
Ich will neue Prioritäten.
Aber die Welt ist wie sie ist.

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6 Kommentare zu „Zeit unser ärgster Feind

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    1. Kommt darauf an!

      „Ich mach mir die Welt – wie sie mir gefällt!“ Das ist nicht möglich – hätten wir gerne. So gesehen trifft die Aussage nicht zu.

      Allerdings habe ich einen Einfluss darauf, wie ich die Dinge sehe. Die Sicht der Dinge ist von mir selber abhängig. So gesehen trifft es zu. Die Fakten ändern sich nicht – aber meine Empfindungen können sich ändern.

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      1. Nee, da bleib ich bei:
        Wir haben nicht nur einen Einfluss darauf, wie wir die Dinge sehen, sondern auch, wie sie sind.
        Wer glaubt, dass er nichts verändern kann, der wird auch nichts verändern.
        So einfach ist das 😉
        Genug Menschen schon haben die Welt verändert, nehmen wir doch einfach Martin Luther, nur mal so als Beispiel…
        Und auch ganz viele, deren Namen nie bekannt werden, verändern die Welt, ständig und überall, durch ihr Verhalten.
        Kleine Begegnungen, in der Straßenbahn, wie bin ich zu meinen Mitmenschen, das kann Einfluss darauf haben, wie die zu ihrem nächsten Mitmenschen sind, u.sw. , auch nur mal so als Beispiel…

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  1. zeit ist ILLUSION;
    JEDOCH
    wenn man sich mustern unterwirft, also sich fraglos versklaven lässt, dann … au weia
    es gibt viele gründe, die entscheidungen anderen zu überlassen: trägheit, angst, gehorsam, riesigen mangel an kreativität …
    … und die ablenkungen, die für notwendig gehalten werden: das muss…, das geht nicht anders, die nachbarn haben das neueste modell (auto, tv, spülmaschine etc) und so weiter.
    wer sich selbst lebt und das mit erklärter langsamkeit, wird vermutlich erkennen, dass die zeit perfekt spult…
    grüssli von LUISE

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  2. Ich les das grad noch mal und es beschäftigt dich ja schon länger…
    Wenn es sich wie Kampf anfühlt, ist es nicht gut.
    Überleg doch noch mal: Was von dem, was du tust, kannst du weg lassen?
    Was sind DEINE Prioritäten?
    DU entscheidest, was du mit deiner Zeit machst.
    Guck auch mal die „man muss“-Geschichten an… muss man das alles wirklich?
    Letztlich ist weglassen der einzige Weg, mehr Zeit zu gewinnen.

    „Täglich eine halbe Stunde auf Gott zu horchen ist wichtig. Außer wenn man sehr viel zu tun hat. Dann ist eine ganze Stunde nötig.“
    Franz von Sales

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  3. Ich hatte eigentlich immer ein bemerkenswert gutes Zeitmanagement.

    Mich beschäftigt die Frage eigentlich erst seit ich aus der Uni raus bin.

    Zum Teil weil ich in meinem neuen Beruf ein wenig quer eingestiegen bin und sehr viel Neues lernen musste. Dadurch war ich im Kopf nicht ganz so frei. Das wird jetzt immer besser, je tiefer ich in der Materie drin bin, und die Arbeit mehr Routine bekommt. Dann sind wieder Ressourcen frei für anderes.

    Aber auch bis dato ging es immer, dass ich ALLES unter einen Hut bekommen habe. Irgendwie war ich im Kopf schnell und im Zeitmanagement flexibel genug, an allen Baustellen oben dabei zu sein, ohne irgendwo in zeitliche Nöte zu kommen. Das waren die Probleme von anderen.

    Es ist eine recht neue Erfahrung, dass dies nicht mehr so ist. Dann so kommt plötzlich die Frage: Und was sind meine Prioritäten, wenn ich nicht mehr alles kann.

    Und das ist ein Kampf. Wer da nicht kämpfen muss, steckt vielleicht noch in der Phase, in der er ala Superman alles hinbekommt. Oder er hat den Kampf schon hinter sich. Aber ich glaube nicht, dass es ohne Ringen geht. Wenn ich Prioritäten festlegen kann, ohne um sie zu kämpfen, dann waren die Dinge, die ich für die höheren Prioritäten opfere, mir eh nie wirklich wichtig.

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