Wie werde ich gläubig?

Glaube ist etwas, das man sich im wahrsten Sinn des Wortes nicht kaufen kann. Es ist ein Wunder, wenn man überhaupt an irgendetwas glaubt. Die Nachrichten überschlagen sich mit Horrormeldungen und das Leben wird immer weiter jeglichen Sinns beraubt. Jetzt sind wir so weit, dass Euthanasie tatsächlich wieder Thema wird. Das wirtschaftliche Kosten-Nutzen-Kalkül erfasst unsere säkularisierte, eines höheren Sinns beraubten Welt zunehmend.

Doch wie steige ich daraus aus? Ist es meiner Willenskraft zu verdanken, an etwas anderes glauben zu können?

Die biblische Antwort auf diese Frage ist etwas ernüchternd, zumindest was den christlichen Glauben angeht.

Auch der Glaube ist kein eigener Verdienst. Aus meinem natürlichen Wesen heraus bin ich nicht dazu in der Lage wahrhaft zu glauben. Denn mein natürliches Wesen schaut zuerst auf sich und selbst der Glaube würde zum Eigennutz dienen, man will schließlich in den Himmel oder ein Heiliger werden, der Welt entfliehen,..Ich, ich, ich.

Auch der Glaube ist von Gott eingegeben, in Person des Heiligen Geistes. Wer nicht vom Heiligen Geist angerührt wird, kann nicht wirklich glauben. Geschehen kann dies an unendlich vielen Möglichkeiten, vielleicht beim Abendmahl, einer Predigt, auf dem Feld spazierend und die Natur bestaunend, durch Musik, in einer Lebenskrise.

Ich bin überzeugt Gott begegnet jedem von uns mehrmals im Leben und versucht uns auf verschiedenste Wege anzurühren.

Was wir jedoch ganz in der eigenen Hand haben ist das „Nein“. Dieses steht jedem von uns offen. Gott vergewaltigt nicht, er bietet an und zieht sich zurück, wenn das Angebot nicht angenommen wird. Auch der Heilige Geist nimmt nur so viel Raum in uns ein, wie wir wollen. Niemals wird der Heilige Geist uns übermannen und mehr nehmen als wir ihm geben. Anders als bei bösen Geistern wie sie fast alle Kulturen kennen.

Doch für das „Ja“ braucht es mehr als nur uns.
Wir können immer nur antworten. Aber Gott muss uns zuerst fragen.
Als erstes kommt der Ruf „Folge mir“. Petrus konnte erst auf dem Wasser laufen, nachdem Jesus ihn dazu aufforderte. (Matthäus 14)
Erst durch das Wirken des Heiligen Geistes wird uns die Gabe geschenkt glauben zu können. Denn Gott wirkt in uns alles, bis hin zum Vollbringen. (Philipper 2)

Glaube ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk. Ein Geschenk, dem wir uns öffnen oder das wir ablehnen, das wir aber nicht erzwingen können.
Lasst uns aber Gott im Gebet darum bitten, dass er uns im Heiligen Geist berühre:

Berühre mich mit all deiner Pracht,
hier stehe ich klein und schwach,
ich kann dich nicht sehen,
von fühlen wage ich gar nicht zu reden,
berühre mich mit all deiner Kraft,
reiße mich heraus aus meiner Not,
du bist Gott und du bist stark,
ich höre viel von dir,
doch bist du wirklich da,
heiliger Geist ich brauche dich,
berühre mich mit aller Gnade,
an Jesus glauben möchte,
doch schwer fällt mir die Stimme,
zu groß sind alle Zweifel,
berühre mich mit deiner rettenden Hand,
ich will wahrhaften Glauben,
dafür öffne ich mich dir,

hier stehe ich, schenke mir deinen Glauben!
Amen

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