Vom Wahnsinn

Ein sicheres Zeichen des Wahnsinns: Wenn alle Scham verloren geht.

Das würde dann wohl bedeuten unsere Gesellschaft steht ziemlich am Rande des Wahnsinns. Wenn ich mal wieder durch die privaten Sender zappe übersteigt das jedenfalls meine Schamgrenze. Und auch Blogs, die keine Scham mehr kennen, finden sich wie Sand am Meer.

Was bringt uns dazu diese Grenzen zu brechen? Sind wir schlechter als frühere Generationen? Das sicher nicht. Man lese sich nur die Exzesse der mittelalterlichen Päpste durch. Das übertrifft jede RTL II Show um ein Vielfaches, davon kann manch ein Porno-Drehbuchautor noch lernen.

Brot und Spiele war schon im alten Rom ein bewertes Mittel. Dabei galt damals wie heute: Je schamloser die Spiele sind, desto effektiver wirken sie. Und leider stellt sich auch ein Gewöhnungseffekt ein. Ein Tabubruch wirkt nur ein Mal. Beim zweiten Mal erzeugt er nur Gähnen. Für eine Reaktion muss er immer weiter gesteigert werden, bis es keine Grenzen mehr gibt.

Dass diese Schamlosigkeit an unseren eigentlichen Sehnsüchten vorbeigeht, sehe ich dann auf Facebook. Dort posten gerade sie alle – und nicht nur die braven Mauerblümchen – plötzlich Sprüche von der großen Liebe und wahrer Intimität, einer Intimität, welche die Grenzen des Anderen und überhaupt den Anderen respektiert, eine Nähe, die nicht vergewaltigt und fordert, sondern zärtlich Gentleman ist.

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Veröffentlicht in Gesellschaft, Leben

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