Die Seligpreisungen als Auftrag sich zu verändern

Die Seligpreisungen sind eine herzerwärmende aber auch eine herausfordernde Botschaft von Jesus Christus an uns. Sie stellen seinem Projekt „Reich-Gottes“, wie im Himmel so auf Erden, eine Agenda. Die Seligpreisungen beschreiben einerseits sein eigenes und damit Gottes Wesen – Gott will sein Reich nicht mit Waffengewalt sondern durch Sanftmut, Friedensstifter, etc.pp. errichten – sie stellen andererseits aber auch eine Aufforderung an die Nachfolger, die schließlich in Jesus wieder Ebenbild Gottes werden sollen.

Zuerst einmal will ich die Seligpreisen konkret nennen, damit wir wissen, wovon wir eigentlich sprechen:

  • Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
  • Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
  • Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
  • Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
  • Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
  • Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
  • Selig sind die Friedensstifter; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
  • Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
  • Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.

Die hier genannten Eigenschaften wie Sanftmut, Barmherzigkeit, Durst für Gerechtigkeit, Frieden zu schaffen, Gottes Wort auch in Leid und Verfolgung höher zu schätzen als Menschen Wort, muss und soll der Nachfolger Christi nicht aus eigener Kraft erreichen. Das kann er gar nicht. Der Heilige Geist wurde in die Herzen der Menschen gegossen, damit sie als Glieder des Reichs Gottes die Agenda erfüllen können. Jesus in uns erfüllt das Gute, nicht wir aus uns heraus.

Nun ist der Mensch aber nicht plötzlich ein besserer nur weil er zum Glauben gefunden hat. Die Glaubenden sind genauso Sünder wie jeder andere Mensch auch. Sie sind nichts besseres, sondern haben lediglich für ihr Schlechtes Vergebung empfangen, die Gnade Gottes in Jesus erlebt. Das ist ihnen Anlass zu großer Freude und unendlicher Anbetung dieses herrlichen Schöpfers, der sie befreit hat von der Last religiöser Pflichten.

Und doch möchte Jesus ganz offensichtlich, dass der Mensch sein Werk weiterführt.

Wie es schon in der Schöpfungsgeschichte war, hat der Mensch eine Aufgabe im Reich Gottes. Im Paradies war es seine Aufgabe allen Tieren und Pflanzen einen Namen zu geben und sich um den Garten zu kümmern, dass er gedeiht. Wenn Gott nun wieder durch Jesus Kreuzigung und Auferstehung Herr dieser Welt geworden ist, möchte er auch weiterhin kein Herr sein, der alles diktatorisch selbst bestimmt. Der Mensch soll vielmehr – wie es von Anfang an der Plan gewesen ist – Teil dieser Königsherrschaft Gottes werden. So wie Gott durch Jesus handelte, soll Jesus nun durch uns handeln … jetzt, an diesem Ort. Gott ist wie der Sämann, der Samen streut, in der Hoffnung aus ein paar dieser Samen wachsen kräftige Pflanzen. Wir sind es die wachsen sollen, er will nicht der einzige bleiben, der groß ist. Gott ist wie der Besitzer eines Weinbergs, der Arbeiter sucht, die ihm helfen seinen Wein anzubauen.

Das heißt wir müssen uns für den heiligen Geist so weit öffnen, dass er uns innerlich verändern kann. So dass wir immer mehr die Charaktereigenschaften der Seligpreisungen in uns aufnehmen. Das heißt nicht, dass wir zu Lebzeiten je Perfektion erreichen. Wir werden weiterhin Schlechtes denken, hier und da egozentrisch nur nach unserem eigenen Interesse handeln, wir werden weiterhin zu laut sein, Lügen aussprechen und manchmal sogar einem anderen weh tun.

Aber der Heilige Geist arbeitet an uns. Wir werden durch ihn wie ein Diamant Stück für Stück geformt. Das kann ein schmerzhafter Prozess sein, da hier und da eine Ecke abgehauen werden muss, wir ständig korrigiert werden, und richtig Schweiß auf der Stirn stehen haben. Aber es lohnt sich. Die Ecken werden nie ganz verschwinden, aber sie werden kleiner und weniger werden, dafür nimmt das Strahlen des geschliffenen Diamanten zu. So wird uns gewiss noch manche Lüge über die Lippe kommen, auch wenn wir das gar nicht wollen, aber unser Leben wird der Wahrheit in Jesus Christus verschrieben sein.

Wir befinden uns also in einem permanenten Wechselspiel aus Vergebung und Rechtfertigung durch die Gnade Gottes für unsere Unreinheiten, gegenüber Veränderung durch das Wirken des Heiligen Geistes, auf dass wir nicht nur in demütiger Passivität sondern ganz aktiv Licht der Welt sein können, ganz aktiv Reich Gottes mitbauen.

Tun wir wieder etwas, das so gar nicht Licht der Welt ist, können wir es jederzeit zu Jesus ans Kreuz bringen und dafür Vergebung erfahren. Die Liebe Jesus ist jedoch keine passive Liebe, die aus Angst die Harmonie zu stören vor dem Bösen die Augen verschließt und den Mund hält, sie spricht ganz deutlich an: Das ist nicht in Ordnung. Aber nicht um anzuklagen, wie es Aufgabe des Teufels ist, sondern um Veränderung herbeizuführen, immer mit Versöhnung und Neuanfang zum Ziel, und um den Mensch zu einem Ort zu führen, in dem die ganze Schöpfung in einen Zustand eines einzigen riesigen Shaloms mündet. Dieses Shalom, das nur unvollständig mit göttlichem Frieden übersetzt werden kann, ist Ziel aller Schöpfung!

Wir sind gerettet durch teure Gnade und werden zugerichtet zu einer neuen Schöpfung. Das ist Erlösung und Aufgabe in einem.

Advertisements

Ein Kommentar zu „Die Seligpreisungen als Auftrag sich zu verändern

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: