Wie mit Versagen umgehen

Ich bin nun wieder zurück aus dem Urlaub. Und was mich da erwartete ist eine große Katastrophe, die mein Selbstbild ganz schön bröckeln lässt. In der Urlaubszeit hat ein Kollege für mich Vertretung gemacht. Dem dabei gleich eine Reihe an Fehlern aufgefallen sind, die ich verursacht habe. Zusätzlich brechen gerade jetzt eine ganze Reihe anderer Probleme rund um unsere IT-Software herein, zum Teil nicht von mir verursacht, zum Teil war ich an deren Entstehung mit beteiligt. Und dann habe ich noch selbst Probleme entdeckt, die mir aufgefallen sind, die ich als Sahnehäubchen meinen Chef morgen zusammen mit den anderen Themen vorstellen darf.

Es ist leicht mit erhobenem Kopf durch die Welt zu marschieren, wenn gelingt, was man anfasst. Oder wenn das Nicht-Gelingen wenigstens nicht von einem selbst sondern von den schlechten Marktbedingungen, persönlichen Auseinandersetzungen, unterschiedlichen Ansichten oder ganz einfach von Anderen verursacht wird.

Aber wie stelle ich mich meinem eigenen Versagen?

Wie rechtfertige ich, dass andere sich munter weiterentwickeln, aber ich einen ständigen Achterbahnkurs zwischen Genie und Wahnsinn fahre? Ich erkenne – glaube ich – manchmal Zusammenhänge, die andere nicht sehen, analytisch kann ich schneller als andere erfassen, wie A und B miteinander verknüpft sind und was C damit zu tun hat. Aber soll ich mich nur auf A oder nur auf B fokussieren, bin ich oft leider nicht sorgfältig genug. Meine selektive Wahrnehmung täuscht mich dann hin und wieder, und manche Details passen am Ende einfach nicht so zusammen, wie sie es sollen…mit unliebsamen Folgewirkungen…die ich Dank meines analytischen Verstands dann aber wieder wunderbar nachvollziehen kann.

Andere Kollegen genügt es einen Prozess abzuarbeiten, erst Schritt 1, dann Schritt 2, dann Schritt 3. Wie das alles zusammenhängt oder welche Folgewirkungen es hat, interessiert sie nicht. Aber ihre Schritte machen sie in absoluter Perfektion. Ich beneide sie darum. Mein Verstand ist viel unsteter und undisziplinierter, will mehr und schafft sich dadurch nur Probleme.

Was tun vor der Selbsterkenntnis, versagt zu haben? Mit der Selbsterkenntnis, offensichtlich nicht so schlau und toll zu sein, wie ich gerne wäre?

Wie offen kann ich damit umgehen, ohne mich selbst zu sabotieren? Aber ich bin nicht der Typ etwas zu vertuschen oder kleinzureden. Doch es schmerzt sich seine eigene Dummheit vor Augen zu führen…und Konsequenzen zu sehen, die  im besten Fall andere Kollegen mit Stress belädt, im schlimmsten Fall sogar Geld kosten.

Advertisements

Ein Kommentar zu „Wie mit Versagen umgehen

Gib deinen ab

  1. Spontane Gedanken/ Brainstorming

    recht-fertigen ? – du bist du, vermute mal, eher überintelligent, das is nich „besser“ oder „schlechter“, aber halt schon etwas anders als die meisten… schwierig, sich zurecht zu finden zwischen den Menschen…
    du bist du, da gibt’s nichts zu recht-fertigen, das is doch nur eine Entschuldigung anfertigen, auch wenn es manchmal nich so aussieht – alles, einschließlich dir, ist gut und richtig genau so wie es ist, wir sind halt kurz-sichtig, können immer nur bis zur nächsten Ecke gucken, wahrer Glaube ist Vertrauen

    Gar nicht mit anderen vergleichen – wenn dann nur mit dir selbst, wie du früher warst

    Erster Schritt – IMMER – da gibt’s nichts zu diskutieren 😉 – annehmen, was ist.
    Erstens fühlt es sich schon ganz anders an in dem Moment, wo man es akzeptiert und
    Zweitens kann man erst dann anfangen aufzuräumen

    Eigentlich ganz einfach – Lehrjahre sind keine Herrenjahre, du hast Mist gemacht, na und? machen wir alle mal.

    Du hast Fehler gemacht.
    Was sind Fehler? Ohne Fehler kein lernen, ohne Fehler hätten die meisten Entdeckungen nicht statt gefunden

    Umwege erhöhen die Ortskenntnis

    Draus lernen, das Beste draus machen

    Es is ein Irrtum, dass du nicht so schlau bist, wie du dachtest, du bist halt noch auf dem Weg und Demut sollte dir als Christ doch nicht fremd sein 😉

    Ich hab schon ziemlich heftige Sachen/ Situationen/ Krisen erlebt.
    Ich bin immer wieder auf die Schnauze gefallen und ich bin immer wieder aufgestanden.
    Und wenn ich mich mit meiner unvergleichlichen Art mal wieder mitten in den dicksten Schlamassel rein manövriert hab:
    Parole (sorry, muss so ordinär sein) : Scheiß drauf.
    Die Vergangenheit ist vorbei, was geschehen ist nicht mehr zu ändern.
    Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung und dann stur wie ein Esel wieder los gehen,
    Schrittchen für Schrittchen weiter marschieren
    Stückchen für Stückchen das Chaos sortieren.

    Is alles nich so schlimm?
    Sowohl ja wie auch nein 😉

    und wenn gar nix hilft, lies Kohelet

    In Liebe
    Ananda

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: