Vom gewaltigen menschlichen Herz

Gewalt tobt unterschwellig in unseren unterbewussten Gedanken, begleitet uns von Schritt zu Schritt. Sie ist aus unserer Gesellschaft weitgehend verbannt, doch hinter jedem Schatten und an jeder Ecke lauert das Raubtier im Dunkeln. Im Spiegel starrt es mir entgegen hinter den fröhlichen Augen, irgendwo versteckt tief innen drin. Wenn der Wettbewerb auf der Arbeit hochkocht und die Hähne und Hühnchen loslegen aufeinander einzuhacken ist dies Gewalt der zivilisierten Art. Wir leben in einer sterilen Welt, doch unser Herz ist noch das Alte. Wir reden miteinander von einer gewaltfreien Erziehung und lesen vor dem zu Bett gehen Shades of Grey. Im Zug sitzen sich Fremde im Wagon gegenüber, friedlich dösend, in ihren Gedanken und Venen das alte Tier. Der Mann, der nur die einen Gedanken über sie nun hegt,  verborgen kriechen sie durch seine Fantasie. Doch auch das Verborgene ist real. Wenn die Musik in der Disko kräftig mit gewaltigem Bass unser Herz zum Schlagen bringt und die heimische Sportmannschaft den Erzrivalen in Stücke schlägt, dann strömen die Hormone jenes gierigen Meisters, dessen Krallen er einst zu anderen Zwecken wetzte. Wenn wir unser Herz nach dem beurteilen, was wir dort wirklich finden, so könnten wir gar nicht anders als vor allem wahrhaft Heiligen auf die Knie zu gehen und um Vergebung zu bitten, Veränderung herbeizuflehn. Doch wir reden uns ein, dass da im Inneren im Kern doch ein guter Kerl stecke, höchstens hier und da ein paar Ecken und Kanten übrig seien. Und gleichzeitig fliehen Millionen vor unserer unendlich gewaltigen Fähigkeit Gewalt auszuüben und hier brennen die Asylantenheime. Wir verstehen die Welt nicht mehr…weil wir unser Herz nicht verstehen…

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