Die Unsichtbare Welt

Es gibt einen Glauben, der selbst den heutigen Gläubigen schwer zu fallen scheint. Wir leben in einer säkularen Welt. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft machen ihr Ding, der Glaube ist dabei etwas rein Privates. Die Gläubigen der meisten westlichen Religionen praktizieren dies so.

Dahinter steckt eine epikureische Theologie. Es mag Gott oder Götter geben, aber sie sind irgendwo weit entfernt im Himmel und haben nichts mit unserer Welt zu tun. Die Abläufe der Welt sind das eine, die Abläufe des Himmels und evtl. des Totenreichs sind etwas anderes. Alles ist fein voneinander getrennt.

Aber widerspricht das nicht jedwedem Glauben? Ist das nicht Atheismus mit religiöser Fassade, oder besser gesagt Materialismus, der sich agnostisch die Möglichkeit eines weit entfernten Nicht-Materialismus offen hält? Wenn der Glaube aber ein wahres Fundament hat, insbesondere der christliche Glaube, existiert eine unsichtbare Welt jenseits der fassbaren Abläufe unserer Natur. Insbesondere der christliche Glaube, weil die Bibel keine abstrakte Theologie erzählt sondern Berichte wie diese unsichtbare Welt in die materiell erfassbare Welt und deren Geschichtsschreibung hineinsticht…am Beispiel Israels, am Beispiel Jesus, am Beispiel der Gemeinde.

Dann wäre es nur logisch diese unsichtbare Welt in die eigenen politischen, wirtschaftlichen, moralischen und alle privaten Entscheidungen mit einzubeziehen.

Nicht-westliche Religionen wie der Islam oder asiatische Religionen haben nicht grundlos ein Problem damit eine solche Trennung zu vollziehen. Die christliche konnte es nur auf Grund der biblischen Aufforderung das Kreuz auf sich zu nehmen und sich leidensfähig in die gegebene Weltordnung zu integrieren anstatt sie gewaltsam zu bekämpfen.

Aber letztlich läuft alles auf eine Entscheidung hinaus: Erkenne ich die Existenz einer unsichtbaren Welt an, wird dies Auswirkungen auf mein Denken und Handeln nehmen. Wenn es Gott, Engel und Dämonen gibt, dann findet unser Leben vor einem weit größeren Hintergrund statt, inklusive ihrer Politik und Wirtschaft. Ich bin aufgefordert Stellung zu beziehen, von Abtreibung bis Kriegseinsätzen. Da gibt es kein Wegducken, kein das ist ja nur meine private Meinung, kein Glauben nur fromm im stillen Kämmerlein. Ich kann nur das Licht zum Strahlen bringen, wenn ich es nicht unter den Scheffel stelle, wenn ich den geistigen „Kampf“ kämpfe, nicht mit Waffen, aber mit einem Zeugnis für Gott und seine Werte und gegen alles Ungöttliche.

Doch nicht falsch verstehen: Ich zwinge diese Werte keinem auf. Gott gab jedem die Möglichkeit zur freien Entscheidung. Aber ich weiche auch nicht aus, verstecke mich nicht hinter postmodernem Relativismus. Ich stehe da, wie ein Fels, denn ich kann nicht anders.

 

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Veröffentlicht in Gesellschaft, Philosophie, Wirtschaft

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