Ich habe etwas zu verbergen!

Wer glaubt Datenschutz sei nichts für ihn, Sicherheit stehe doch über aller Freiheit, der mag das bitte noch einmal überdenken.

Argument Nr. 1 ist oft, wer nichts zu verbergen habe müsse auch nichts befürchten. Ich stelle dagegen:

Wir alle haben etwas zu verbergen.

Meine Überzeugung als Christ ist: Wir alle sind Sünder. Nicht jeder mag gleich Mörder sein, aber gegen jeden lässt sich irgendetwas finden. Und wenn es nur eine alte nicht ganz legal erworbene mp3-Datei sei.

Wer unsere Medien kennt, der weiß wie schnell eine ganze Existenz an nur einem Detail vernichtet werden kann. Man denke an die Affaire Wulff. Eine Hetzkampagne gegen Raubkopierer und schon ruft das Volk: „Hängt den mp3-Sünder.“

Und wer ganz ehrlich zu sich ist, muss sogar einstimmen: „So ganz Unrecht haben sie nicht. Hängt mich.“

Denn haben wir uns unsere Jugendsünden nicht eigentlich nur schöngeredet? „Machen doch alle.“ Oder irgendwie rationalisiert. Ich kenne das von mir nur zu gut. „Die Musikindustrie ist sowieso nur eine Verbrecherbande.“ „Die überteuerte GEZ rechtfertigt den Videodownload.“

Aber Hand aufs Herz: Illegal bleibt illegal. Läuft unsere innere Rechtfertigung für all unsere kleinen Sünden und dunklen Gedanken nicht nach demselben Muster, welches schon Hoehneß zum Steuersünder machte? Und gleichzeitig konnte er ein sozialer Wohltäter sein und erkannte darin keinen Widerspruch. Bei uns geht es zwar um weniger Geld oder nur kleine Sündchen, einen kleinen schmutzigen Gedanken, einen harmlosen Scherz,…, aber die innere Denkweise ist dieselbe. Und gleichzeitig glauben wir doch ganz nach humanistischem Ideal im Kern gute Menschen zu sein, wohinter all unsere Jugendsünden verblassen.

Nein! Als Christ weiß ich: Ich habe etwas zu beichten. Ich habe etwas, von dem ich umkehren, für das ich Buße tun muss. Ich habe eine dunkle Seite tief in mir. Ich habe etwas zu verbergen. Ich bin auf Gnade und Vergebung angewiesen wie auf das tägliche Brot.

Jeder kann vernichtet werden, wenn man es nur darauf anlegt tief genug zu bohren. Das wusste schon einst die Stasi. Und darum sind unsere Daten etwas Wertvolles, allem Terrorismus zum Trotz, und sollten nicht auf dem Altar der Sicherheit geopfert werden! Denn wie schon Benjamin Franklin warnte:

Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.

 

 

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