Die Polarität von Großem und Kleinem

Es ist eine merkwürdige Welt. Ihre Ordnung entbehrt nicht eines gewissen Humors, einer gewissen Ironie.

So ist es das Kleine, das uns erst Erkenntnis über das Große ermöglicht.

Wer wissen möchte, wie das Universum in all seiner unfassbaren Größe entstanden ist und diese gigantischen Strukturen im Weltraum begreifen möchte, muss auf das kleinste im Universum schauen. Es braucht die Quantentheorie, die Theorie der kleinsten aller Dinge, um Sonnen und Galaxien und die Entwicklung des Universums zu begreifen.

Menschen und Tiere sind wahrhaft komplexe Strukturen. Alleine das ausgefeilte Zusammenspiel der Zellen, wie sie miteinander kommunizieren und in welchen Wechselwirkungen sie mit ihrer Umwelt interagieren, ist ein faszinierendes Schauspiel. Das menschliche Gehirn ist wahrscheinlich eines der komplexesten und gleichzeitig dynamischsten Ordnungen in der Natur. Aber all diese Komplexität ist bereits im kleinsten angelegt. All dieses entsteht aus einer Eizelle und einer Samenzelle. Und dabei ist der größte Teil dieser beiden winzigen Zellen gar nur zur Ernährung und zum Schutz notwendig. Die wirkliche Information steckt in der DNA, einer noch kleineren Struktur innerhalb dieser kleinen Zellen. Im Kleinen sind bereits die kompletten Strukturen des Großen abgespeichert. Im Kleinen findet sich bereits alles, das für die komplexesten Organismen des Universums benötigt wird. Und auch erst mit Blick auf sie begreifen wir diese Organismen erst vollständig.

Vielleicht ist diese innere Ironie des Universums ein Bild auf den Schöpfer selbst. Der Größte, dessen Herrlichkeit das Universum nicht fassen könnte, ist im Jesus Baby in Marias Bauch, im gewickelten Kind im Stall von Bethlehem auch der ganz Kleine. Um den Ewigen, den Großen, Schrecklichen, Heiligen zu erkennen und etwas über ihn zu erfahren muss man seinen Blick auf den Kleinen, Demütigen, Nackten, Gekreuzigten legen.

Erst im Kleinen erkenne ich das Große wirklich.

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Veröffentlicht in Blog, Theologie
4 comments on “Die Polarität von Großem und Kleinem
  1. Reiner sagt:

    Wer einen Apfel „verstehen“ möchte, muss das Universum „verstehen“ 😉
    Lieben Gruß & ein gutes, neues Jahr Dir!

    Gefällt 2 Personen

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