Gottes Gerechtigkeit

Ich schreie zum Himmel, angesichts dessen wie gut es den Gottlosen oft geht.

Die Reichen wälzen sich in ihrem Reichtum und wenn es nicht schon genug wäre, dass ihnen all dieser Besitz zufällt, auch Macht über Recht und Unrecht, die besten Ärzte und sogar Beliebtheit gehen mit der Macht des Geldes einher. Sie herrschen wie einst Könige und Kaiser, scheinbar unantastbar.

Dagegen der demütige und fromme aber oft von Rückschlägen gebeutelte Kampf um jeden Tag aller Personen, die wie wir Christen ein gutes und integres Leben führen wollen. Fleißig wird der Schweinehund zur Seite gedrängt, mein kleiner Platz, wo Gott mich eben gerade hingestellt hat, so gut wie möglich und ohne großes Aufrühren ausgefüllt. Die Sticheleien  des Chefs werden ignoriert, auch unter Druck nicht gejammert sondern das beste  herausgeholt.

Doch unter der Fassade staut sich Wut an. Ein tiefer Zorn über die Ungerechtigket dieser Welt. Denen, die nur auf sich schauen, fällt in ihrer narzistischen Selbstvergötterung alles in den Schoß, während die anderen zu Fußabtretern werden und sich in allem ergeben zeigen müssen. Es macht mich krank zu sehen, welche Persönlichkeiten es nach oben schaffen und wie sie sich aufspielen, mit ihrem großkotzigen Gehabe sogar noch Beifall und Bewunderung ernten, während die immer freundliche Kellnerin beim kleinsten Anzeichen eines eigenen Willens um ihre Arbeitsstelle fürchten muss.

Ich weiß keinen Rat. Muss ich an diesem Zorn arbeiten?  Sind nicht die Umstände sondern meine Wut das wahre Problem? Oder soll ich mir und anderen ein Seminar von Henry Cloud zum „Grenzensetzen“ verordnen, um zu lernen, dass auch ein Christ „Nein“ sagen darf, auch alle, die moralisch handeln wollen, energisch Widerspruch leisten dürfen und nicht immer nur nett nicken müssen. Denn auch das ist wahr! Demut ist eine gute Eigenschaft, aber nicht in jeder Situation.

Oder steckt hinter der Wut noch etwas anderes, noch etwas tiefgründigeres? Ein inneres spirituelles Wissen um die Gerechtigkeit Gottes, die in unserer Welt und ihrer Definition von Erfolg allzu oft mit Füßen getreten wird vielleicht. Eine tiefe Regung eines Wissens um Ordnungen, die eigentlich herrschen sollten, es aber nicht tun. Eigentlich müsste die Liebe über allem und nicht die Selbstsucht regieren. Eine Erinnerung irgendwo im spirituellen Hinterkopf erwacht, ein Aufflackern der Bilder von Eden. Dagegen vor unseren leiblichen Augen das Bild dessen, was daraus geworden ist…

…diese Wut darf nicht in Bitterkeit und nicht in Rachegelüsten enden. Sie darf nicht in Dunkelheit führen. Aber sie ist ein Fingerzeig auf die wahre Gerechtigkeit in Gottes Welt, darauf wie diese Welt ursprünglich hätte sein sollen. Zum Nutzen kann sie werden, wenn sie aktivierend wirkt, in uns ein Feuer entfacht am Reich Gottes zu bauen. Denn er hat uns einen freien Willen gegeben und ein Ziel: Dass es werde wie im Himmel so auf Erden. Wir haben es mit in der Hand als sein Leib dieses Ziel schon jetzt anzustreben und schon hier auf Erden das kommende Reich aufzurichten. Auf dass Gottes Gerechtigkeit die entstellte, entmenschlichte, gottlose Welt um uns herum überstrahlt und als das bloßstellt, das sie ist….

 

 

 

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3 Kommentare zu „Gottes Gerechtigkeit

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