In die unsichtbare Welt eintreten

Im Gebet kehre ich in mich nach Innen zu einer die Hektik der Zivilisation aussperrenden Stille. Hier ich bin ich ein Einzelner, begebe ich mich in mein selbsterwähltes Alleinsein. Und doch bin ich in meiner Abkehr von dem Äußeren und dem lauten Trubel der Welt kein Einsamer.

Als der Einzelne, der nun alleine noch Existierende, trete ich, wenn ich mich zum Gebet in mich begebe, durch eine Türe. Diese Türe hat einen Namen mit fünf Buchstaben, Jesus. Durch sie hindurch trete ich ein in die unsichtbare Welt des Himmels, der unsere Welt überlappt, und direkt vor den Thron Gottes.

Im Gebet wende ich mich ab von der Unmittelbarkeit meiner Umgebung, erlebe mich neu. Vor der unsichtbaren Welt stehend bin ich im ersten Gedanken der sichtbaren entrückt, habe mich ihren direkt auf mich wirkenden Einflüssen entzogen, bin aus ihr herausgetreten. Aber vor mir habe ich nicht irgendeinen Geist oder Dämon stehen sondern Jesus, zur Rechten Gottes erhöht, voll Mensch und voll Gott, der Mittler zwischen mir und Gott und damit auch der Mittler zwischen mir und den Menschen.

Der Nächste bleibt mir ohne diesen Mittler stets ein Fremder, ein Außerirdischer mit  fremdartigen Prägungen und Erfahrungswelten, einer von meiner so andersartigen Subjektivität. Jedes versprechen unmittelbarer Kommunikation, unmittelbarer Berührung oder gar Verschmelzens mit anderen Menschen ist in der Welt nichts weiter als Selbstbetrug. Diese Trennung zum Nächsten geht einher mit der Trennung, der Abkehr unserer Welt von Gott. Erst in der Reparatur meines Verhältnisses zu Gott kann ich auch alle anderen Trennungen, zu denen die Sünde mich verdammt hat, überwinden.

Im Gebet entfleuche ich der Unmittelbarkeit meiner Umgebung und werde ein Einzelner vor Gott. Doch gleichzeitig erlange ich hier vor dem Thron Gottes die einmalige Gelegenheit eine echte Beziehung zu meinem Nächsten herzustellen, durch Jesus als meinen Mittler. Im Gebet gebe ich meine Bitte für den Nächsten ab und ich empfange geistliche Einsicht. Ich empfange die vom Geist eingegebene Sicht auf ihn, die mich zu den sonst unsichtbaren Tiefen seiner Existenz geleitet.

Im Gebet bin ich ein Einzelner, von der sichtbaren in die unsichtbare Welt entrückt. Im Gebet bin ich mit allen Wesen, Menschen, Tieren und Pflanzen, auf unendlich mystische Weise verbunden. Sie alle sind von Gottes Atem durchzogen, in seinem Wort entstanden, durch seinen Zuspruch geliebt und ich somit durch die Verbindung mit Gott in sie hineingenommen. Dort bete ich für sie und empfange von IHM.

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Veröffentlicht in Alltag, Blog

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