Von der Wiederkunft Christi

Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch alle, die ihn durchbohrt haben; und alle Völker der Erde werden seinetwegen jammern und klagen. Ja, Amen. Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.
Offenbarung 1,7

„von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten“ ist der Teil des Glaubensbekenntnisses, der selten nur offen gepredigt wird. Oft sind es ein paar fromme Pietisten oder Sekten, welche der Johannesoffenbarung ihre ganze Aufmerksamkeit widmen.

Dabei ist diese Wiederkunft Jesus die große Hoffnung aller Jesus-Menschen.

Aber indem die Lehre sich in religiöse Unfreiheit verirrte wurde diese Hoffnung zu einer Strafandrohung umfunktioniert. Statt der Hoffnung stand die Angst vor Hölle oder Fegefeuer im Zentrum der Verkündigung.

Wer die befreiende Kraft erleben möchte, muss sich vielleicht erst in die für uns fremde Haut verfolgter Christen versetzen, oder in die Position des Unrecht-Leidenden. Wie kein zweiter konnte Martin Luther King das Kommen des Herrn in seine politischen Reden einflechten und damit die Hoffnung des Evangeliums herausstrahlen lassen, welche den weißen Christen so sehr abhanden gekommen war. Für die schwarze Bevölkerung war das Kommen des Herrn seit jeher ein zu erwartender Freudentag. Denn es würde der Tag endgültiger Freiheit und Gleichheit sein, das Ablegen aller irdischer Fesseln, das Ende ihres Sklavenlebens und der Beginn ihrer Krönung.

Das Kommen des Herrn ist kein Vertrösten aufs Jenseits, denn er kommt „von den Wolken herab“, die Erde bleibt bis ans Ende, bis zum Herabkommen des himmlischen Jerusalems stets Zentrum der Geschichte  Gottes, Gott stellt die Erde wieder her. Die Schöpfung liegt ihm am Herzen, er verwirft sie nicht.

Das Kommen des Herrn beginnt aber bereits mit jedem Jesus-Nachfolger, der als Arm und Bein Jesu hier und jetzt den guten Kampf für Gerechtigkeit und Liebe annimmt und das Böse in seine Schranken weißt. In ihm lebt der lebendige Gott, der Auferstandene. Die Wiederkunft des Herrn vollendet in Herrlichkeit, was seine Jünger im Stillen begonnen haben. Dann wird geerntet, was im verborgenen in den Acker hinein gesät worden ist. Aber ohne Säen gäbe es auch nichts zu ernten.

Daher ist es kein vertrösten, sondern eine Hoffnung für das eigene Säen guter Werke.

Doch ja, die Völker der Erde haben etwas zu fürchten. Wer sich die Welt und ihre Gerechtigkeit ansieht, kann aber kaum zu dem Schluss kommen, dass diese Furcht nicht gerechtfertigt wäre. Wir treiben in Machthunger Millionen in die Flucht. Wie löschen ganze Spezies aus, nur damit die Aktien einer unserer Unternehmen noch ein wenig höher steigen. Wir nehmen der Erde die Luft zum Atmen, in dem wir seine Wälder abholzen. Wir lassen Kinder an heilbaren Krankheiten sterben, weil sie sich die nötigen Medikamente nicht leisten können.

Oh Herr komm! Uns zur Hoffnung, diesem teuflischen System zum Jammern und Zittern.

 

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Veröffentlicht in Blog, Theologie
4 comments on “Von der Wiederkunft Christi
  1. urulix sagt:

    ……richten…….und Toten….
    steht weiter oben. Da steht der freie Wille dahinter. Aber der ist auch im AT impliziert enthalten. Schon da, wo der Apfel vorkommt.

    Der Mensch darf machen was er will und hat ggfs. die Folgen zu verantworten.
    Wenn das nicht so wäre, wären wir ja Sklaven, die Gott sicher nicht im Sinn hatte.
    Darum akzeptiere ich in religiösen Angelegenheiten keinerlei Regeln, die von Menschen stammen.
    Nur die von Gott s.o.und Jesus, siehe Liebe und goldene Regel. Siehe auch meinen Blog.

    Gefällt 1 Person

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