Kaffeeentzug

Meine, ja tatsächlich freiwillig erwählte, vorösterliche Fastenzeit begann am Aschermittwoch zuerst einmal mit einem kräftigen Kaffeeentzug. Spätestens gegen Mittag begriff mein Körper, dass er an diesem Tag auf sein liebgewonnenes Koffeein verzichten musste und sendete kleine Bauarbeiter in meinem Kopf hinter die Stirn, die fleißig, wie sie nun einmal sind, ihre Presslufthämmer auspackten und mir schöne Kopfschmerzen bereiteten.

Aber es ist tatsächlich auch ein gutes Gefühl, spätestens jetzt ab Tag 3. Ich erwache morgens und bin frei. Ein Stück äußere Gewohnheit ist abgefallen, ich bin wieder mehr auf mich selbst zurückgeworfen.

Ich bin doch ein ziemliches Gewohnheitstier. Das merke ich schon daran, dass meine Bäckerin gar nicht mehr fragt, was ich möchte. Sie streckt es mir schon entgegen, wenn sie mich morgens durch die Tür treten sieht. Andererseits liebe ich es auch nach ein paar Monaten eine Gewohnheit von einem Moment auf den anderen einfach zu ändern und gegen eine andere einzutauschen.

Gewohnheiten helfen einem oft, sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Durch Gewohnheiten sind viele Tagesabläufe automatisiert. Auf diese Weise habe ich mehr Zeit zum Denken. An manchen Tagen bin ich morgens so tief in meinen Gedanken versunken, während sich meine gewohnten Morgenrituale vollkommen automatisch abspulen, dass ich am Ende erstaunt vor der Haustüre stehe und mich frage, wie ich da hin gekommen bin und wer eigentlich meine Kaffeekanne gefüllt hat. Zumindest letzteres kann jetzt in der Fastenzeit nicht mehr geschehen. Kaffee ade.

 

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11 Kommentare zu „Kaffeeentzug

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  1. Gewohnheit für das, was sein muss, wär ja blöd, wenn wir jeden Morgen darüber nachdenken würden, ob wir uns die Zähne putzen und wie man das wohl macht

    aber Intelligenz ist keine feste Größe
    auf die Verbindungen kommt es an – und die schafft man nur, wenn man Neues aufnimmt

    und

    wer etwas bewusst irgendwo hin legt, braucht es später nicht zu suchen

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    1. Du weißt gar nicht wie schlecht mein Gedächtnis sein kann. 😀
      Wenn ich etwas bewusst irgendwo hinlege, um es nicht lange suchen zu müssen, bin ich mir 100% sicher, dass ich so schnell nicht wieder auf die Idee kommen werde an dieser seltsamen Stelle zu suchen.

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      1. ja, weil du denkst, und zwar um 17 Ecken 😆

        weil du die Absicht verfolgst, dich selbst zu überlisten 😉

        arbeite lieber mit den Sinnen, die sind direkter
        leg es hin und guck es an, dann speichert sich das und du darfst nur nicht noch den Fehler machen, es zu suchen, dann versteckt es sich wieder

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      2. Ja wenn ichs nicht suche finde ich es auch wieder. Nur dann brauch ichs nicht mehr 😀
        Jetzt muss ich also nur herausfinden wie ich es Nicht-Suche wenn ich es suchen will, um es durchs Nicht-Suchen auch genau dann zu finden, wenn ich es brauch.

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      3. setz dich hin
        mach die Augen zu
        atme tief und ruhig
        denk ein Gebet, Gedicht, oder so was in der Art
        mach die Augen wieder auf
        lächel, steh auf und geh dahin wo es ist

        😉

        suchet, so werdet ihr finden
        ja – das Bedürfnis, der Willen, muss da sein
        aber dann
        ihr sollt nicht suchen, danach zu suchen
        deinen Weg gehen, tun, was getan werden muss, ohne Gelüst nach Ergebnis
        was du brauchst, wird dir begegnen

        ganz NATÜRLICH

        Liebe Grüße an die ganze Familie in’s Wochenend 🙂

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  2. Da sind wieder Gewohnheiten ne große Hilfe. Weil die programmieren das Unterbewusstsein. Dann greif ich zum Schlüssel ohne zu Denken oder zu Suchen, genau dann wenn ich ihn brauche.

    Wenn man aber schon am Suchen ist hilft etwas, das die totgefahrenen Gedankenstrukturen unterbricht. Ein Gedicht z.B.
    Das gilt übrigens für Vieles. Mein Chef sagt immer man soll nen Brief schreiben und dann nen Tag liegenlassen. Nach dem Tag wurden die alten Gedanken unterbrochen und du schaust mit neuen Augen drauf und siehst plötzlich neue Dinge.

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    1. Das Wort Unterbewusstsein kam mir dann auch noch in den Sinn.
      So hatten wir es bis dahin ja gar nicht benannt, aber das ist es :
      Das Unterbewusstsein weiß eine ganze Menge, wir müssen es nur zu „Wort“ kommen lassen

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      1. wie – wie mir grad noch einfällt – auch Gott
        Wenn wir ständig innerlich quasseln, wie sollen wir ihn dann hören

        Es gibt ja auch den Begriff der Akasha-Chronik.
        zum ersten Mal habe ich jetzt hier

        http://anthrowiki.at/Akasha-Chronik

        eine Beschreibung gefunden, die ich nicht total daneben finde 😉

        lesenswert vielleicht etwas weiter unten das Kapitel „Lesen in der Akasha-Chronik“

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  3. …stehe ich vor der Tür und wundere mich…
    Klasse ! 🙂 !

    Genau so sieht, sie aus, die Routine, mit der auch ich meinen Tag beginne. Variationen ergeben sich durch gewisse Verspätungen, was das aufstehen angeht. Auch bei den Yoga-Übungen gibt es Unterschiede, je nach körperlicher/seelisch/geistiger Verfassung.

    Zeug verlegen…ich hasse suchen zu müssen. Nervende Zeit-Vergeudung. Ergo haben die meisten Dinge des täglichen Gebrauchs ihren festen Ort, wenigstens eine konstante Richtung, in die ich mich nur wenden muss. Meinetwegen intuitiv 😉 Das kriege ich auch unterwegs halbwegs auf die Reihe, mit ein wenig Ordnung. Auch da pflege ich meine Rituale, was den Tagesbeginn angeht. Ohne Koffein? Geht gar nicht. Bei mir allerdings in der Form von Grüntee. Auch auf Reisen habe ich immer einen kleinen Wasserkocher und alles andere nötige Zubehör inklusive Isolierkanne dabei, um mir morgens meinen Tee zu machen, Essen ist da nicht so wichtig, Obst und solche Dinge lassen sich überall organisieren.

    Andererseits mag ich manchmal auch spontane Änderungen in der Matrix. Damit das Leben nicht so fad wird und der Geist mal wieder beschäftigt wird 🙂

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