Petry vs. Kardinal Marx

Zwischen AfD und Katholischer Kirche scheint sich ein Kleinkrieg anzubahnen. Begonnen hat alles mit Marx Kritik zur Rhetorik der AfD. Diese sei menschenverachtend, es brauche mehr tatkräftiges Engagement statt „Untergangsgeraune“.

Die Retourkutsche ließ nicht lange auf sich warten. Die Kirche kümmere sich mehr um Muslime als um verfolgte Christen. Diese werden in islamischen Ländern oft unterdrückt, gefoltert oder gar ermordet und sie würden auch in Deutschland in den Flüchtlingsunterkünften zunehmend bedrängt werden.

Die Reaktion der Katholischen Kirche folgte prompt. Marx empörte sich darüber, dass man theoretische Debatten über die AfD führe während im Mittelmeer tagtäglich Menschen ersaufen. Vielmehr solle man Lösungen für die Flüchtlinge suchen und nicht sinnlose Debatten führen, die einen nicht weiterbringen. Der Stadtdekan Stuttgarts, der ebenso unter Beschuss geriet, betonte, dass zentrale Botschaft der Evangelien eben nicht sei sich nur um die eigenen Leute zu kümmern. Aufgabe eines Christen sei es jedem Hilfe zu leisten, der Hilfe benötige.

Die gesellschaftliche Spaltung wird immer spürbarer. Und obgleich die Bibel zum Thema Flüchtlinge sehr eindeutig ist, scheinen sich auch Christen uneins zu sein, auf welcher Seite dieser Spaltung sie stehen müssen.

Angst ist eine verständliche Reaktion auf eine ungewisse Zukunft und der Schutz aller liebgewonnener Gewohnheiten und der Heimat ebenso. Aber all diese Dinge haben für einen Christen nur sekundäre Bedeutung. Unsere wahre Staatsbürgerschaft ist keine irdische, unsere Heimat kommt erst noch, sie ist nichts Weltliches, das vor Fremden beschützt werden müsste. Wir sind aus dieser Welt Herausgerufene. Angst ist eine der großen Feinde Gottes, Angst – wenn sie abstrakt bleibt und nicht in einer ganz konkreten, gegenwärtigen Bedrohungssituation geschieht – kurzum Zukunftsangst führt in Unglaube. Und Unglaube ist das Einfalltor des Teufels.

Rein weltlich gesehen mag es für den pazifistischen, hilfsbereiten, sanftmütigen, barmherzigen Christen sehr übel aussehen. Jeder Verstand kann über diese Eigenschaften nur mit dem Kopf schütteln. Hat uns doch Darwin gelehrt, dass sich im Überlebenskampf „survival of the fittest“ nur der beste durchsetzt. Und jeder weltliche Verstand schreit daher nach Stacheldrahtzäunen, Schussbefehl und der Abweisung aller Hilfsbedürftigen, die ein bestimmtes Budget überschreiten.

Nur der Glaube kann diesem Verstand die Hoffnung entgegensetzen, dass keine gute Tat umsonst ist, selbst dann nicht, wenn sie weltliche Opfer bedeutet. Nur der Glaube kann den Untergangsszenarien erwidern: Wenn Gott für uns ist, wer soll da gegen uns sein? Nur der Glaube kann sagen: Liebe deine Feinde … bis zum letzten Hemd. Nur der Glaube kann sagen: Fürchte dich nicht! Nur in Jesus erfahren wir die Liebe, die Hoffnung und den Glauben, der uns diese Krise überstehen lässt.

 

 

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4 Kommentare zu „Petry vs. Kardinal Marx

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    1. Ich finde die Ängste der Menschen durchaus real und rational. Mit rein mathematischer Vernunft haben die Argumente von AfD und Co etwas treffendes.

      Aber Gottes Wort spricht eine andere Sprache. Es braucht ein großes Maß Gottvertrauen diesem treu zu bleiben, auch wenn man uns vorrechnet, dass die momentane Entwicklung im Untergang enden müsse. Ohne Gottvertrauen kann mam das fast nicht anders sehen als die AfD

      Meine Sprüche-Reihe macht da ja auch ganz deutlich: Wahre Weisheit kommt aus dem Vertrauen in Gott.

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