Freiheit erlangen!

crux_immissa

Dieser Mann oben auf dem Kreuz, er ist uns ein Wegweiser.

Wir wünschen nichts sehnlicher als Freiheit, Selbstbestimmung ist das große Schlagwort. Eine noch viel tiefer greifende Sehnsucht ist der Wunsch Freiheit von unserer Sterblichkeit zu entdecken. Die Unsterblichkeit war schon immer Motivation für unser vielfältiges menschliches Streben.

In Gottes Hand aber verkehrt sich die Wirklichkeit in ihr Gegenteil. Die wahre Freiheit erlange ich erst im Tod und in der Selbstverleugnung. Der Kreuzestod greift noch weit über das Kreuz Jesu Christi hinaus. Jesus selbst zeichnet vor, dass ihm seine Jünger nicht nur in Feindesliebe und Heilung nachfolgen werden, sondern ihm auch in seine Passion folgen werden (Lukas 9,23-25). Paulus greift das Motiv noch weiter auf und vertieft es. Er stellt klar, dass wir in der Taufe in Jesus Tod hineingetauft werden, dass wir und unser ganzes Selbst als Christen mit ihm gekreuzigt werden (Römer 6,3-11).

Dass Freiheit mit Tod verknüpft wird ist ein sehr seltsamer Gedanke. Dass Freiheit nicht in der Selbstbestimmung sondern im Tod des Selbsts ihre volle Blüte erreicht, überfordert unsere Vorstellungskraft. Wir erkennen dessen Sinn nicht sofort. Unser Freiheitsbegriff ist ein ganz anderer. Er geht davon aus, dass wir frei sind, wenn wir unser Leben ohne Einschränkungen so gestalten können wie es uns beliebt.

Der Unterschied wird deutlich, wenn wir uns fragen, was eigentlich die Ketten sind, die uns gefangen halten. In unserem Freiheitsbegriff bestehen die Ketten aus anderen Menschen, einst waren es Könige und Kaiser, oder jenen, die gesellschaftliche Normen vorgeben, das alte Zunftsystem oder strenge Kleiderordnungen. Das sind zumeist aber nur oberflächliche Ketten, die unseren im Grunde nach freien, wilden Geist gefangen halten wollen. Die Bibel greift dagegen noch wesentlich tiefer. Sie sagt, dass unser Geist gar nicht dem Grunde nach frei sei sondern wir selbst in uns in Fesseln liegen.

Unser inneres Selbst kann nicht sein volles Potential erlangen, das Gott der Menschheit in Adam und Eva einst in die Wiege gelegt hat. Unsere wahre Bestimmung transzendiert unser begrenztes irdisches Wesen. Dieses Potential erreichen wir erst in Gott. Aber wir leben in einer ganz offensichtlich gottlosen Welt. Brüssel ist hierfür ein weiterer Beleg unter vielen. Wir wurden von Gott und damit von unserer Bestimmung getrennt. Diese Trennung nennen wir i.d.R. Erbsünde. Sie legt unser ganzes Wesen in Fesseln. Diese Ketten, die unser Wesen und die ganze Welt binden, halten uns fest, begrenzen uns und führen letztlich sogar durch den großen Abstand zum unsterblichen göttlichen Lebensbaum in den Tod und motiviert die Welt zu widergöttlich Bösem wie Brüssel.

Diese Fesseln überwinden wir nur im Tod. Aber nicht in einem Tod, welches das letzte Wort hat, sondern in einem Tod, dem Auferstehung folgt. Das Alte muss vergehen, damit in der Auferstehung Neues entsteht. Es ist das Gleichnis eines Samens. Das Samenkorn vergeht, damit aus ihm heraus eine Pflanze entstehen kann. Jesus Christus sprengt am Kreuz diese Fesseln. Wir folgen ihm in eine neue Welt, wir werden als Mitgekreuzigte in ihm zu neuen Menschen einer neuen Schöpfung. Einer neuen Schöpfung, die sogar den Tod überwindet.

Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden! (2. Korinther 5,17)

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Veröffentlicht in Blog, Theologie

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