Segne deine Feinde!

Heute habe ich von einer Gebetserhörung zu berichten. Das Wort Feinde aus der Überschrift ist allerdings stark übertrieben. Doch glücklicherweise funktioniert das, wovon ich jetzt erzählen möchte, auch bei geringerem.

Alles fängt an bei einer Kollegin, die wann immer ich bei der Arbeit auf sie stoße gereizt auf mich reagiert. Der Grund ist mir schleierhaft, ich vermute sie ist überarbeitet. Jedenfalls kann man es ihr einfach nicht recht machen. Wie immer ich es auch anging, sie hatte ihre Kritik daran auszusetzen. Manchmal gerechtfertigt, manchmal nicht. Ihr scharfer Ton hat mich dabei so verunsichert, dass unser Konflikt bereits wie eine selbsterfüllende Prophezeiung vorgezeichnet war: Auch beim nächsten Mal würde wieder etwas schief laufen. Denn dann war natürlich gerade mit ihr etwas nicht 100%ig abgestimmt oder gerade der Versuch es nicht so weit kommen zu lassen, kreierte erst den nächsten Anlass.

Zum Glück erinnerte ich mich an den guten Rat einer Studienkollegin, die mit mir in unsere damalige Hochschulgemeinde ging. Ihrer Meinung nach gibt es bei solchen Situationen einen guten Ausweg: Wann immer sie zwischenmenschlich in einer Sackgasse landete, betete sie für den anderen und bat Gott darum ihn zu segnen.

Also versuchte ich gestern Abend und den ganzen heutigen Morgen bei der Fahrt zur Arbeit ihrem Beispiel zu folgen. Denn heute würde ich wieder etwas von ihr benötigen. Das schrie nach einem neuen Missverständnis zwischen uns und einer weiteren Vertiefung unseres unterschwelligen Mini-Konflikts. Also bat ich Gott darum, bei ihr zu sein, mit all seinem reichhaltigen Segen. Vielleicht war ja tatsächlich nicht ich der Auslöser ihrer gereizten Art sondern etwas in ihrem Privaten, das ihr zu schaffen machte, oder zu viel Stress bei ihrer Arbeit. Ich segnete sie in Jesus Namen. Ehrlich gesagt versprach ich mir davon gar nicht viel.

Und doch, trotz meiner insgeheimen Zweifel: Es half.

Wir trafen uns wieder in derselben Situation wie so oft zuvor. Doch statt mich barsch anzukeifen vertrat sie ihren Standpunkt auf eine so unerwartet liebevolle Art, dass ich ganz baff war und beim Verlassen des Zimmers schier gegen die Wand gelaufen wäre.

Es ist wahr! Wir gewinnen unsere Konflikte nicht, in dem wir stramm dagegen halten. Das vergrößert nur die Menge an negativen Gedanken. Dunkelheit befruchtet neue Dunkelheit. Natürlich müssen wir hier und da eigene Grenzen setzen. Aber auch diese immer mit liebevollem Respekt vor dem anderen. Den Teufelskreis von Konflikten, und Konflikte sind oft tatsächlich Teufelskreise im wahrsten Sinn des Wortes, durchbrechen wir am besten, in dem wir ihm Liebe entgegensetzen. Liebe nämlich ist jene mystische Macht, welche die negative Energie unserer negativ aufgeladenen Gedanken brechen kann.

Eine Segnung aber ist noch mehr. Sie versetzt den anderen in die Gegenwart Gottes. Und selbst die meisten Menschen, die gar nicht an Gott glauben oder dessen Gegenwart nicht bewusst wahrnehmen, bleiben von der Präsenz Gottes nicht unberührt. Natürlich nicht alle, aber doch erstaunlich viele. Wenn Gott in den Raum tritt, geschieht etwas mit uns. Gottes aufopfernde Liebe erweicht unsere steinernen Herzen. Die Wurzel vielen Grolls und vieler Bitterkeit liegt möglicherweise, jedenfalls nicht sehr selten im Mangel an Liebe begründet, die wir uns doch in Wahrheit alle sehnsüchtig wünschen. Gottes Geist erfüllt den Raum mit Liebe, getragen von der Liebe, die in jedem Akt eines jeden Segens liegt. Unterbewusst kann unser menschlicher Geist diese Liebe spüren, auch wenn wir bewusst gar nicht wissen, dass soeben etwas geschieht. Auf diese und zahlreiche andere Wege kann der Segen uns eine Brücke zum anderen bauen. Mit Gottes Hilfe schaffen wir den Frieden, zu dem wir aus eigener Kraft nicht fähig waren.

 

 

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2 Kommentare zu „Segne deine Feinde!

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  1. Das ist ja eine gute Nachricht! Danke fürs Erinnern. Ich kenne solche gesegnete Momente in denen sich Konflikte lösen. Ich kenn auch die Angst vor Menschen, denen man nichts recht machen kann. Ich habs gleich probiert. Alles Gute und Gottes Segen!

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