Gehört der Islam zu Deutschland?

Ich gebe zu ich bin kein Freund des Islams. Seine theologische Konzeption, so weit ich sie verstehe, halte ich aus meiner christlichen Brille für zu gesetzlich. Es fehlt ihr an der Gnade Gottes, an der Freiheit, die meinen christlichen Glauben prägt. Muslim bedeutet übersetzt der sich Unterwerfende und Islam Unterwerfung.

Ich glaube im Gegensatz dazu als Sohn Gottes vor meinen himmlischen Vater zu treten, einem Vater, der mich zutiefst liebt und mir mit Freude in Jesus eine offene Hand der Versöhnung anbietet. Ich trage ein Stück Gottes im Heiligen Geist sogar in mir, in meinem eigenen Herzen, und ich bin sein Ebenbild. Muslime glauben sie werden selbst im Himmel nicht auf einer Ebene mit Allah sein. Sie sind seine Diener und nichts sonst. Auch die beste Pflichterfüllung garantiert letztlich nicht den Eingang in den Himmel, Mohammed könnte gar in letzter Sekunde dieser Eingang noch verweigert werden, wenn Allah sich anders entscheidet. Nur Jesus ist auch im muslimischen Glauben als einzig sündloser Mensch bereits dort.

Doch das sind rein theologische Gründe, die mich zum Christen machen … und nicht zum Muslim.

Ob der Islam zu Deutschland gehört, ist eine ganz andere Frage. Sie beinhaltet die Frage danach, ob wir fremde Religionen und ihre offene Ausübung dulden. Und damit letztlich die Frage, ob wir Muslime in Deutschland haben wollen oder nicht. Denn kein ernsthaft gelebter Glaube bleibt nur im Privaten.

Hier muss ich ebenso offen für die freie Ausübung der Religion und auch des Islam plädieren wie ich für meinen Glauben an Jesus einstehe!

Um ehrlich zu sein fürchte ich den Islam weit weniger als den sog. Neuen Atheismus. Die kalt-berechnende Philosophie des Neuen Atheismus lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Die meisten hier in Deutschland lebenden, gebildeten Muslime sind keine schlechten Menschen. Da wir nie wirklich reich waren, lebten in meiner Nachbarschaft als Kind immer auch Türken. So weit ich mich erinnere hatte ich in meiner Kindheit zu jeder Zeit auch türkische Freunde. Im Studium und Beruf sind mir als Erwachsener wieder eine Reihe an Türken begegnet, mit denen ich sehr gut auskam. Sie pflegten meist eine sehr gastfreundliche Art. Und ich hatte mit diesen Muslimen, gemäßigten Muslimen, einige sehr befruchtende Gespräche über ihren und meinen Glauben.

Während der Durchschnittsdeutsche ablehnend oder desinteressiert mit dem Kopf schüttelt, wenn man Gottesdienst feiert oder über Glauben spricht, Religion gehört im Small-Talk schließlich zum No-Go, kam von jenen gemäßigten Muslimen sogar Zustimmung. Ich erinnere mich, wie eine türkische Kommilitonin mich ermutigt hat in den damaligen Himmelfahrts-Gottesdienst zu gehen. Diese gemäßigten Muslime machen die Mehrheit des deutschen Islam aus, die radikalen sind zwar laut aber in der Minderheit. Und selbst unter den Radikalen sind lange nicht alle gewalttätig. Man denke nur an Pierre Vogel, ein radikaler Fundamentalist, aber gleichzeitig gegen islamistischen Terror, was ihm den Zorn des IS einbrachte.

Natürlich lehnen Muslime den christlichen Glauben und die Kirchen ab, sonst wären sie schon längst konvertiert, genauso wie ich eingangs den muslimischen Glauben ablehnte und niemals Muslim werden könnte. Dennoch gibt es eine Schnittmenge. Christen gehören inzwischen nämlich ebenso zur Minderheit wie die Muslime. Derzeit gibt es eine große Gefahr für uns beide: Man sägt an den Freiheiten, die es uns erlauben öffentlich für unsere Überzeugungen einzustehen. Erst sägt man am Islam, danach sind wir Christen dran. Man denke an die mahnenden Worte Martin Niemöllers. Auch er sah zu, wie die Freiheit anderer zugrunde ging, nur um am Ende schutzlos Opfer derselben Sägenden zu werden. Wer in der Minderheit ist, muss doch wenigstens aus Eigeninteresse erkennen, wie wichtig es ist Minderheiten zu schützen.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte reduziert die Glaubensfreiheit keineswegs nur auf eine private Angelegenheit, die man bitte weit ab von der normalen Gesellschaft in seinem stillen Kämmerlein einsperren müsse. Die öffentliche Ausübung von Religion ist in den Menschenrechten garantiert!

Viele haben die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vielleicht noch nie bewusst gelesen. Dann sollten Sie das jetzt nachholen:

Artikel 18
Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln,
sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.

Und das schließt auch den Islam mit ein. Würden wir es nur auf uns beziehen, machten wir uns der Heuchelei schuldig! Es gilt für alle, obwohl ich diesen Glauben nicht teilen kann. Ebenso hindert uns aber auch nichts daran, zu versuchen die Vorzüge unseres eigenen Glaubens zu bekennen. Ob das nun der Atheist ist, der für seine Weltanschauung ohne jeglichen Gott plädiert, oder wir Christen, die vor allen Menschen Jesus als den gekommenen und kommenden Messias und Erlöser bezeugen.

Für mich als Christ ist es wichtig, dass mein christlicher Glaube sich nicht nur um mich selbst dreht. Jesus war ein Mensch, der den Kontakt zu anderen Menschen suchte, zu Römern wie Juden, zu Schriftgelehrten und Ungebildeten, zu Sündern und Aussätzigen, von keinem noch so schrecklichen Menschen hielt er sich fern. Nicht alle erwiderten seine Offenheit mit dem erlösenden Glauben, den er ihnen angeboten hat, viele erwiderten seine Offenheit selbst mit Hass und am Ende mit der Kreuzigung. Aber auch das konnte Jesus nicht aufhalten seine Mission der Liebe fortzuführen und noch am Kreuz für seine eigenen Henker zu beten.

Fürchtet euch nicht!
Auch nicht vor dem Islam.
Es gibt keinen stärkeren Glaubensbeweis.
Wenn unser Glaube an Jesus gerechtfertigt ist, brauchen wir keinen zu fürchten.
Denn wir wissen, wie die Geschichte endet.

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Veröffentlicht in Blog, Politik, Theologie

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