Der Tod der Gott-ist-tot-Theologie

Was wir brauchen ist echter Glaube mit Jesus Christus in seinem Zentrum.

Die Gott-ist-tot-Theologie war eine Folge der Grausamkeiten von Auschwitz und des Versuchs theologisch damit zurechtzukommen. Eine adäquate Antwort auf die Theodizee Frage schien es nach dem Holocaust nicht mehr geben zu können. In dessen Konsequenz wurde ein theologisches Weltbild ohne aktiv eingreifenden Theos geschaffen. Die Entmystifizierung der Bibel stand auf dem Programm und eine Interpretation biblischer Aussagen, die auf eine moderne, aufgeklärte Welt passen sollten. Zumeist war damit der Anspruch verbunden die ins Transzendente gerichtete Gottessuche durch konkreteres politisches Wirken im Hier und Jetzt zu ersetzen.

Jahrzehnte nach dem Holocaust muss nun jedoch der Tod der Gott-ist-tot-Theologie konstatiert werden.

Wähnten sich ihre Vertreter als Zeitenwende, als einen theologischen Wendepunkt der Geschichte, waren sie doch in Wahrheit nur ein Fähnchen im Wind des Zeitgeistes der Post-NS-Zeit und ihrer Abrechnung mit der Elterngeneration. Sie überschätzten ihre eigene geschichtliche Bedeutung und ihre Allgemeingültigkeit.

Die Entmystifizierung und ihre radikale Diesseitsorientierung gab der Kirche keineswegs neue Lebenskraft sondern generierte leere Kirchenbänke. Die Kirche hatte Jesus nicht wirklich in die moderne Welt übersetzt sondern aufgehört Kirche Jesu Christi zu sein.

Die Bewegung an sich war sehr vom westlichen Geist geprägt und teilweise im Widerspruch mit christlichen Entwicklungen anderer Kulturen, z.B. der schwarzen Bürgerrechtsbewegung ihrer Zeit oder des christlichen Erwachens Chinas unserer Tage.

Heute leben wir in einer Welt, in welcher der Atheismus – abgesehen von europäischen Ländern – wieder an Boden verliert. Auschwitz hat letztlich nicht den Tod Gottes bewiesen. Vielmehr machen die Erfahrungen des NS-Regimes und anderer Nöte des 20. und 21. Jhds. eine ernsthafte theologische und vor allem weniger westlich-fortschrittsgläubige Auseinandersetzung mit dem Teufel notwendig. Diesen hatte man während der unbremsbaren Fortschritte des 19. Jhds. im Glauben an eine nie enden werdende Fortschrittsentwicklung, an einen baldigen Himmel auf Erden Dank Kapitalismus oder Kommunismus gänzlich verdrängt. Doch er hat als Verkörperung des Bösen auf dieser Welt noch immer mächtigen Einfluss. Als Verkörperung eines Bösen, das nach wie vor sehr real existiert, obwohl wir inzwischen zum Mond fliegen und die Rentenversicherung erfunden haben.

Mit etwas Abstand zum Extrem der Gott-ist-tot-Theologie und der jenseits- sowie obrigkeitsgläubigen Theologie des Luthertums vorheriger Jahrhunderte gelingt uns vielleicht endlich eine vernünftige Balance, die sowohl ganz Gott wie auch ganz den Menschen im Blick hat:

Der Geist Gottes wirkt in uns heute, hier und jetzt. Und das schließt auch politisches Wirken nicht aus. Er wirkt sowohl mystisch-spirituell in unserer Gotteserfahrung, er wirkt diakonisch in unserem von Liebe getriebenen Herzen und er wirkt auch in unserem politischen Einsatz, in unserem Hunger für Gerechtigkeit. Doch wir sind im Hier und Jetzt noch nicht am Ziel angelangt. Auch heute gibt es noch das Böse. Wir erwarten noch immer die zukünftige Wiederkunft Christi, die diesem erst ein finales Ende setzt. Der Heilsplan Gottes ist noch nicht gänzlich vollendet. In diesem Spannungsfeld sind wir SOWOHL radikal diesseits WIE AUCH radikal auf den transzendenten Vater im Himmel ausgerichtet. Wobei dieser transzendente Gott in der Bibel stets auch ins Diesseits hineinwirkt. Die Bibel hat nirgends eine klare Beschreibung des Himmels zu bieten, Gott, der Transzendente, und unser geschichtliches Diesseits sind biblisch gesehen keine Widersprüche. Die Bibel endet daher auch nicht mit der Himmelfahrt der Christen sondern mit dem Herabsteigen Gottes zu uns auf die neue Erde…Die Bibel selbst löst das Spannungsfeld theologisch auf, sie braucht dafür keine Gott-ist-tot-Lehre.

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Veröffentlicht in Blog, Theologie
One comment on “Der Tod der Gott-ist-tot-Theologie
  1. ananda75 sagt:

    Gott is nich tot – Lass dir da bloß nix erzählen 😉

    Gefällt 2 Personen

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