Der religiöse Geist

Ist für gläubige Menschen die größte Bedrohung für ihren Glauben. Er will Frömmigkeit menschlich erzwingen, ein Ideal notfalls unter Zwang zementieren. Dabei liegt es nicht am Menschen dieses Ideal hervorzurufen. Es ist Gottes Heiliger Geist, der in uns am Werk ist, uns Jesus gleicher zu machen. Zu meinen ich müsste dieses Ideal erzwingen, zeugt von fehlendem Vertrauen in Gottes Pläne.

Ich kann nie mehr als mein eigenes Herz erforschen, in das ich den Heiligen Geist einlade, in der Hoffnung von seiner Liebe und Kraft geleitet zu werden. Der religiöse Geist übersieht meine eigene Menschlichkeit, dass ich mich erst noch auf dem Weg befinde, und schaut stattdessen alleine auf meinen Nächsten und klagt ihn angesichts seiner Fehler an. Wir sollten aber nie vergessen, wer in der Bibel der Ankläger ist: Satan. Wollen wir wirklich Satans Gehilfen werden und nach seinem Vorbild Gottes Geschöpfe vor die Anklagebank schleifen?

Der religiöse Geist treibt jede Freude aus dem Glauben aus und macht aus dem christlichen Leben eine verkrampfte Pflicht. Er verwandelt das Evangelium von einer fröhlichen Botschaft zu einem Sklavendienst. Er lässt Gottes Gnade keine Chance, ihre heilende und versöhnende Kraft in uns zu entfachen. Der religiöse Geist hat keine Geduld, obwohl sich Entwicklungen erst mit der Zeit entfalten müssen, er hat keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft, kennt keine Liebe für die Menschen, allen Fehlern zum Trotz, er hat keinen Glauben, dass wir ohne eigenes zutun erlöst sind.

Nietzsche kritisierte diesen religiösen Geist, den ich für den Anfechter wahren Glaubens halte, einst trefflich:

„Die Christen müssten mir erlöster aussehen,… wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte“

Und darum halte ich es mit Paulus:

„Freuet euch“
(Philipper 4)

 

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Veröffentlicht in Blog, Theologie

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