Errette mich!

Glaubte ich den Gipfel erklommen, den Berg bezwungen zu haben, rutsche ich durch eine Unachtsamkeit ab und falle … die Fehler der Vergangenheit holen mich wieder ein und stellen mich auf die Probe. Stehe ich zu ihnen? Die Angst zu versinken … ich will sie tief im Boden vergraben. Meine Arche hat Risse, kaltes, zerreibendes Wasser dringt ein, reißt mich in die Tiefe. Der kalte Hauch der Lüge umgarnt meine Nasenflügel. Lass mich vor mir fliehen, dass ich nicht weiter falle. Rette mich vor mir selbst. Der Berg ist zu groß und ich zu klein. Meine Unfähigkeit ihn zu besteigen zerdrückt mich, erlöse mich von der Last, meiner eigenen Schwäche ins Auge schauen zu müssen. Ich tue als wenn ich etwas wäre, das ich nicht bin. Und die Lüge bietet sich an, lockt mit ihren simplen Versprechungen. Ich kann ihr nicht folgen. Ans Licht muss alles treten. In ihrer Hitze gehe ich in Flammen auf, kein Schatten und kein Entrinnen. Das Licht versenkt mich. Errette mich.

Advertisements
Tagged with: , , , ,
Veröffentlicht in Alltag, Blog
7 comments on “Errette mich!
  1. Reiner sagt:

    Sei`nicht so streng mit dir.
    …wie dich selbst 😉

    Wir streben nach Fortschritt, nicht nach Perfektion.

    Grüße!

    Gefällt mir

    • Utopio sagt:

      Mein Chef strebt nur leider nach Perfektion. Weil auch das Finanzamt keine Fehler verzeiht. Was jeden Fehler, den man entdeckt, zur Gewissensfrage macht.

      Gefällt mir

      • Reiner sagt:

        Macht er selbst keine Fehler ?!?

        Gefällt mir

      • Utopio sagt:

        Doch. Er war gewiss vor seiner Beförderung nicht derjenige mit der niedrigsten Fehlerquote.
        Aber gut ist er in seinem Job schon, man merkt dass er das von der Pike auf gelernt hat.

        Aber es ist trotzdem aufreibend sich diesen Gesprächen zu stellen. Und umso mehr wenn ein Fehler Auswirkungen auf andere hat.

        Gefällt mir

      • Reiner sagt:

        Bei meiner Antwort hier wird mir zugleich wieder einmal bewusst, wie sehr mich das auch betrifft. Niemand ist ein strengerer Richter als ich selbst über mich – wir dürfen uns Fehler auch vergeben. Auch, wenn sie Geld kosten…

        Gefällt mir

  2. ananda75 sagt:

    puuh – Stein vom Herzen fällt – „nur“ der Job

    Nee, is klar, das ist nicht schön – das war ja schon mal, ich erinnere mich –
    aber erst mal hatte ich Schlimmeres befürchtet

    Ich erinnere mich noch ungefähr, was ich dir damals dazu geschrieben hab
    Da musst du deinem Tiger dann wohl mal in’s Auge sehen, besser als wenn er dich von hinten anspringt

    Ich bin da ehrlich – Auch ich mache Fehler, alle machen Fehler, aber was sowohl mich selbst angeht wie auch Kollegen, Fremd-firmen, egal, mit denen ich zusammen arbeite –
    Ich mache den Unterschied, ob einer mal einen Fehler macht oder ob jemand ständig Mist macht
    – In zweiterem Fall kann ich auch ziemlich heftig werden

    Und du siehst meine Geschichte – Irgendwann kriegt man auf die Schnauze und muss bei sich was ändern

    Ansonsten- ES IST NUR DER JOB – wichtig sind deine Frau und dein Kind

    Gefällt mir

    • Utopio sagt:

      Keine Sorge. Nicht alles was ich schreibe reflektiert 100%ig was ich gerade durchmache. Ich überspitze gerne einmal, experimentiere mit etwas, oder will einfach was rauslassen.

      Wir sind gestern auf nen alten mp3-Player gestoßen und darin habe ich ein paar alte Lieder gehört. Und danach war ich dann einfach in der Stimmung mal wieder so etwas zu schreiben. Ich konnte mich schon immer gut in Emotionen reinsteigern. Wenn ich die beim Musikhören oder Schreiben so richtig übertrieben habe, gings mir danach wieder besser. So hat der Körper sozusagen seinen Vorrat an Negativem aufgebraucht, die Zitrone an Emotionen bis ins Letzte ausgequetscht. Warum sollte man – nur weil man Christ ist – alle negativen Emotionen immer ausblenden. Nicht verbuddeln … raus damit. Das Schreiben ist ein Vehikel sich mal auszukotzen.

      Was den Job angeht:
      Ja es ist nur ein Job. Aber die Versuchung ist trotzdem groß, einen Fehler, der schon eine Weile zurückliegt und nicht aufgefallen ist, mal einfach unter den Teppich zu kehren. Vielleicht merkt es auch in Zukunft keiner. Damit entgeht man den ungeliebten Rücksprachen mit dem Chef, der nach jedem Fehler alles kleinlich analysieren möchte, so dass es in Zukunft besser läuft. Andererseits hat jeder Fehler direkte Konsequenzen auf Mitarbeiter und gerade wenn es um Steuern geht kann das übel enden. Dann lieber heute in den bitteren Apfel beißen, sich beim Mitarbeiter entschuldigen, die Rücksprache irgendwie durchstehen, mit der evtl. Konsequenz einer schlechten Beurteilung und keiner Gehaltserhöhung in diesem Jahr aber mit dem guten Gefühl dafür morgen mit gutem Gewissen ins Bett gehen zu können.

      Das ist aber immer ein kleiner innerer Ringkampf … das kleine Engelchen auf der Schulter vs. das kleine Teufelchen.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: