Der spirituelle Jesus

Regelmäßig zog sich Jesus zurück von der Welt und den Wirrungen seiner Zeit. Viele Erwartungen lasteten auf seinen Schultern. Als der prophezeite Messias sollte er im Alleingang das römische Reich stürzen, sich als König der Juden auf den Thron setzen und ein globales Friedensreich errichten statt jenes des selbsternannten Sohn Gottes auf dem römischen Kaiserthron.

Bei all den vielen verschiedenen Stimmen, die sich tagtäglich Jesus bemächtigen wollten und denen er manchmal klare Grenzen setzen musste (Mt 16,23), zog sich Jesus von Zeit zu Zeit in eine stille Einsamkeit zurück.

In dieser Einsamkeit, die ihn von allen Menschen trennte, und alleine mit sich selbst zurückließ, fand er Gott. Hier versank er in tiefe Gebete und die mystische Erfahrung mit Gott eins zu werden. Der Heilige Geist segelte bei seiner Taufe auf ihn herab, auf dass eine innige Beziehung zwischen Vater und Sohn etabliert wurde.

In der Stille der Getrenntheit von der Welt wurde Jesus herausgehoben aus den Wirren der widersprüchlichen Erwartungen und in die Gegenwart Gottes versetzt. Dort erkannte er, was der Vater tat, wodurch er seine eigene Identität in Gott fand und sein zukünftiges Tun in Einheit mit Gott empfing. Später würde er zu seinen Jüngern dann sagen können, dass er nichts aus eigener Initiative tue, sondern nur, was er den Vater tun sieht. Denn er und der Vater seien eins. (Joh 5,19; Joh 10,30)

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Veröffentlicht in Blog, Theologie

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