Anklagende Stimmen

Gedanken haben Macht. Sie kreieren mein Ich und konstruieren meine Welt. Darum sind sie am umkämpftesten, die größten Angriffe werden auf ihrer Ebene ausgefochten. Ein geistlicher Kampf findet in uns statt. „Du bist nichts Wert“. „Du kannst das nicht“. „Du bist hässlich“. „Du bist nicht gut genug“. „Du bist zu klein“. „Du bist zu dick“.“Du hast es nicht verdient…“.

Innere Stimmen flüstern mir ein, wie ich mich selbst wahrzunehmen habe. Sie setzen Messlatten, die ich nicht erfülle, meine Schwächen ganz genau anvisiert,  verurteilen sie wie ich bin. Dem Druck der eigenen Fehlerhaftigkeit ausgesetzt, dem Vergleich mit anderen, besseren, oder meinen eigenen Standards kann ich nie standhalten, sie sind ganz genau so gewählt, dass ich es nicht werde.

Worin liegt der Ursprung dieser Stimmen, dieses Kampfes, den ich zu verlieren drohe? Sie haben ja irgendwo Recht und wissen ganz genau den wunden Punkt auszumachen, der womöglich (aber nicht zwingend) tatsächlich existiert. Dann jedenfalls ist der Anschlag auf mich am effektivsten.

Um ihren Ursprung zu identifizieren, muss ich mir anschauen, wohin sie mich führen. Was findet sich am Ende des Weges, auf den sie mich leiten? Sie bringen mich hinein in Angst, Selbsthass, Ekel, Schuld, sie binden mich, machen mir das Leben und sogar das Atmen schwer, jeder Gedanke brennt in meinen Gehirnwindungen wie ätzende Säure, meine Energie erschlafft und mit ihr meine Motivation, das Licht meines Lebens wird von jedem Hauch erschüttert und droht bei der nächsten großen Krise zu erlischen.

Am Ende des Weges wartet die Hölle auf Erden. Ihr Ursprung kann also nur satanisch sein, der Ankläger träufelt sie wie Gift in meine Ohren, um mich von Gott zu entfernen und seiner Wirklichkeit.

In diese Subjektivität einer verzerrten, entstellten Wahrnehmungswelt kann die Objektivität des Wortes und der Weisheit Gottes nicht mehr erkannt werden. Und das desto weniger, je mehr ich mich selbst als meinen ärgsten Feind wahrnehme. Verblendet von der Wahrnehmung meiner eigenen Fehler vermag ich nicht zu erkennen: Ich bin doch eigentlich wunderbar geschaffen!

Da hilft nur ein Stopp. Weiche Satan!
Breche die Gedanken, kehre um und lies, was Gott sagt. Und dann gehe zu Gott und erfahre es:

„Die ganze Welt gebe ich für dich hin, weil du mir so viel wert bist und ich dich liebe.“ Jesaja 43,4

Jedem Angriff setze ich das Licht Gottes entgegen, auf dass Hoffnung anstelle des Selbsthasses wächst.

„Du bist nichts wert“ Stopp  „…weil du mir sooo viel wert bist“
„Du bist hässlich/zu dick/zu klein/zu…“ Stopp „Und Gott sah, dass du gut bist!“
„Du kannst das nicht“ Stopp „Denn Gott ist’s, der in euch wirket beides, das Wollen und das Vollbringen
„Du hast nicht verdient…“ Stopp „Wir sind ohne Verdienst erlöst in seiner Gnade durch Jesus Christus“ & „Wir sind Erben Gottes und Miterben Christi“

Höre ich auf Gott, koste ich dankbar mein von ihm gewolltes und perfekt geschaffenes Leben, ohne Scham und ohne Furcht, im Wissen um meinen Wert.

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Veröffentlicht in Alltag, Blog, Theologie
2 comments on “Anklagende Stimmen
  1. Reiner sagt:

    Mein Gott hat mich nicht nur überleben lassen, sondern mir auch meine Würde zurückgegeben und mich sogar Lebenslust gelehrt. sie sind noch präsent, die alten Schatten, aber sie verblassen.

    Grüße!

    Gefällt 1 Person

  2. Schepper sagt:

    Hmm Ich muss zugeben gar nicht so einfach.
    Selbst in dem Wissen das Gott mir Alles vergibt, solange ich nur Buße tue, fällt es mir schwer, fast unmöglich mir selbst zu vergeben. Denn ich weiß das ich immer wieder in alte Muster zurückfalle, selbst wenn ich schon lange auf dem rechten Weg war. Die Sünde übermannt mich immer wieder.
    Schwer mir das selbst zu vergeben. insbesondere wenn mir andere meine taten auch nicht vergeben können.
    Gruß

    Gefällt 1 Person

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