Hass ist Ballast

Im Geist bleibt nichts wie es einmal war, die Sinne und das Denken werden umgestaltet und auf eine frische Weise mit neuen Wahrnehmungen ausgestattet. Altes wird dabei zurückgelassen. Es ist ein innerliches Ausmisten. Hass ist dabei eine der ersten Regungen, die verdrängt wird. Es ist ein Gefühl, das uns schützen soll, vor fremden Übergriffen und inneren Verletzungen. Wut wird kanalisiert und nach außen auf eine oder mehrere Menschen projiziert. In der neuen Welt des Evangeliums wird dieser Schutzmechanismus nicht mehr benötigt. Hass weicht der Liebe.

Es ist eine der ersten Erfahrungen, die im Geist erlebt werden können: Die Augen und ihre Eindrücke wandeln sich zu einer mit Gott geeinten Wahrnehmung. Wir sehen die Dinge nicht mehr nur so wie sie sind, wenngleich wir gleichzeitig das Sein mit seinen vergänglichen Wahrheiten tiefer durchschauen als zuvor, wir erkennen und vor allem bewerten die Dinge auf den bezogen, von dem sie stammen, und auf das Potential hin, für das sie geschaffen wurden. Nicht mehr das Sein oder Tun ist Maßstab. Die einst Gehassten sind wie auch wir als Gottes Kinder auserkoren. Der Grund für unseren Hass liegt nicht an ihnen, selbst nicht wenn sie Räuber und Mörder sein sollten, so sind sie doch nur wie wir alle noch durch Sünde von ihrem göttlichen Potential getrennt. Der Hass liegt vielmehr in uns selbst und unserer eigenen Sündhaftigkeit verwurzelt. Wie eine Mauer trennt der Hass von Vergebung. Wird diese vom Geist aufgedeckt und in Jesu hinfortgeschwemmt, gibt es keinen Grund mehr zu hassen.

Das bedeutet aber keineswegs für alle Zeit vor Hass und unbarmherzigen Urteilen gefeilt zu sein. Unsere Erkenntnis reicht selten über unsere eigene Nasenspitze hinaus. Wer ehrlich zu sich ist, wird kaum einen Heiligen kennen, der Perfektion erreicht hat. Es benötigt Mut Tag für Tag aufs Neue die Innenansicht zu wagen, in der wir Gedanken sowie Gefühle aufmerksam im Geist untersuchen. Im Gegensatz zur Rechtfertigung haben wir es in dieser Hinsicht nie für immer ergriffen sondern müssen uns wie einst die Israeliten das Manna jeden Tag aufs Neue aufheben. Jeder Tag ist frisch und so auch unsere Schritte, die wir in die eine oder andere Richtung gehen. Dafür brauche ich den Willen zur Demut, mich klein zu machen, nicht mehr sein zu wollen als ein bloßer, einfacher Mensch. Dann bin ich fähig mich unter Gottes Hand zu begeben und nicht mehr selbst der Handelnde zu sein, sondern ihn machen zu lassen. Die Charismen sind mir verliehen als Gabe und nicht als Werk und so handelt der Heilige Geist an mir, in seinem Willen. Die Überwindung des Hasses ist ein Geschenk, das ich mir täglich neu schenken lassen darf, in der Wahrhaftigkeit des Geistes zu mir selbst und durch die Gabe der Liebe und Vereinigung mit Gott.

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