Fehlbarkeit

Du bist, was du leistest. Welchen Platz hat in unserer Welt eigentlich Schwäche? Letztendlich ist kein  Raum zum Atmen vorhanden, denn wenn alle stets auf sich selbst gestellt sind, wird man mit Schwächen schnell zur Last. Gerade wo Leistung vorausgesetzt wird, ist alles weitere nur Makulatur. Einsam wird es, wo man sich die eigene Begrenztheit eingestehen muss. Fürs Funktionieren ist selten Lob zu erwarten, das Gegenteil aber kommt teuer zu stehen. Wer ist Schuld an der eigenen Fehlbarkeit, sind es die falschen Prioritäten, Faulheit oder kann es tatsächlich Dinge geben, in denen man einfach schlecht ist? Und wenn dem wenigen, das man sehr gut kann, vieles gegenübersteht, das nur schlecht gelingt, macht mich das zu einem schlechten Menschen?

„Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid…so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen“ Matthäus 11

Wie gerne hätte ich wieder die Ruhe, die ein Kind hat, wenn es geborgen im Arm seines Vaters schläft, wissend da ist jemand, der die Dinge des Lebens regelt und darauf Acht gibt, dass nichts Böses geschieht.


Aber wir leben ein Leben als gäbe es den himmlischen Vater nicht. Er ist in der Schöpfung und im Geist nach wie vor erkennbar, aber bleibt doch in der Welt jener von dieser Welt ans Kreuz Verbannte. „Hinweg“ haben sie gerufen als er sichtbar in sie inkarnierte. Werden wir, die wir in dieser Welt leben und bestehen können müssen, somit ganz und gar auf uns selbst zurückgeworfen, ohne Vaterfigur, die uns in Sicherheit bettet? Oder können wir uns ihr doch irgendwie entziehen und jene Ruhe finden, die wir bei ihm, der dort am Kreuz hängt, versprochen bekamen? Ist es schon Weltflucht sich diese kindliche Ruhe zu wünschen? Meine Knochen lechzen nach ihr und dem traumlosen Schlaf, der keine Bewertungen, keinen Baum der Erkenntnis kennt.

Wir müssen sie wohl ertragen, die Herausforderungen, die sich uns stellen, an uns arbeiten und sie bezwingen so gut es geht, dass wir das Optimum aus uns herausholen!? Kein Himmel auf Erden, ohne Schweiß und schon gar nicht vor seiner Wiederkunft!?

Oder die Erkenntnis: Was sie mir geben kann, brauche ich gar nicht. Was sie mir nicht geben kann, das lässt sich nur schenken, nicht durch meinem Verdienst sondern aus Gnade heraus lebe und atme ich. Ist das Hamsterrad eventuell nur eine Illusion aus vergänglichen Versprechungen und Furcht vor der Alternative?

Ich weiß nur eines mit Sicherheit: Auch wenn ich das erbärmlichste und schwächste und fehlerhafteste Geschöpf auf Erden sein sollte, so bin ich doch Geschöpf Gottes!

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