Die Frucht der Güte

Die Reihe der Früchte des Heiligen Geistes (vgl. Galater 5, 22-23) wird mit der Frucht der Güte fortgesetzt.  In ihr werde ich fähig gemacht über mich selbst hinauszublicken und aktiv das Gute im Sinne Gottes anzustreben. Güte ist mehr als eine Geisteshaltung oder ein Charakterzug, die Güte in diesem Sinne hier ist immer auch eine Tat. Jene Güte ist das über das bloß Gerechte hinausgehende. Es ist die Extrameile (Mt 5, 41), die uns kein Gebot vorschreibt.

An dieser Stelle lerne ich Nein zu sagen zu einer Versuchung der bereits Jesus begegnet ist. Sie besteht in dem Glauben in dieser Welt immer die eigenen Interessen durchsetzen zu müssen. Satan bot Jesus in der Wüste die Möglichkeit über alle Königreiche der Welt zu herrschen (Mt 4,8). Einzig seinen Gott musste er dafür austauschen und Satan zum Ziel seiner Ehrerbietung machen. Auch ich meine oft die Kraft meines Ellenbogens einsetzen zu müssen um vorwärtszukommen und etwas zu werden. Der Geist offenbart jedoch, dass Macht und Reichtum nicht von Belang sind. Sie gehören in den Einflussbereich des Teufels.

Wer im Heiligen Geist vorwärtsgeht wird eine komplett veränderte Wirklichkeit vortreffen. Die Vorwärtsbewegung im Geist zieht stets einen Perspektivwechsel nach sich, denn ich gehe in Gottes Blickwinkel hinein. Gottes Blick reicht dabei über mein eigenes Ich hinaus. Ich stehe hier immer in Beziehung zu ihm und anderen. Die Kraft des Geistes zeigt sich nicht in Stärke oder Größe, geschweige denn in Macht und Reichtum. Gott offenbart sich in Gutherzigkeit, die ihren Höhepunkt am Kreuz nahm.

Wenn ich Jesus nachfolge endet diese Nachfolge zur Rechten Gottes. Doch ehe die Verherrlichung kommt, führt mich dieser Weg zum Kreuz, an dem ich mich selbst für den Anderen opfere. Als Leib Christi werden wir als Gemeinde in Jesu Selbstaufopferung  mit hineingezogen. Die verwandelnde Wirkungen des Heiligen Geistes impft in mir ein Verlangen nach Güte ein. Diese Güte hat ihre Wurzeln innerlich im Mitgefühl für andere Menschen, bleibt aber nicht eine reine Innerlichkeit. Nicht im Streben nach dem eigenen Nutzen sondern nach dem des Anderen liegt nun meines Herzens Lust.

Die Güte im Heiligen Geist ist eine blinde Güte. Gottes Geist öffnet meine Augen nur für die Not des Nächsten und bestärkt in deren Angesicht mein Mitgefühl, während die eigene Güte für mich selbst im Verborgenen bleibt. Damit ich mich ihr nicht rühmen kann. Als Charisma ist sie schließlich nicht das eigene Werk sondern Gott ist am Werk, indem er seinen Geist in mein Herz eingoss, ER alleine ist gut. IHM alleine gebührt Lob und Ehre.
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: