Tumult in meinem Kopf

Tumult von Stimmen in meinem Kopf, erdrückend dunkle Wolken legen sich auf meine Gedanken. Welche Zukunft liegt noch vor mir und wohin wird sie führen, ein Kreiseln um das Loch im Herzen, das mich ins Nichts hineinsaugt. Wie viel meiner Vorfahren liegt in mir und verstreut mit der Zeit seinen unguten Samen? Werde ich so werden wie sie, dieselben Fehler und Wandlungen vollziehen, die auch schon sie vor mir taten und sie ins Ungute stürzte?

Ich sehe hinab in meine Angst und wünsche mir noch einmal so alt wie meine Tochter zu sein. Unbeeindruckt von jedweden Sorgen, stattdessen von Neugierde angefüllt bis oben hin – da steckt hinter jeder Ecke eine neue Welt, die mit aller Zeit frei und ungezwungen erforscht werden darf. Und wenn dies alles einmal bedrohlich wird oder der Magen nach seinem täglich Brot verlangt sind die Eltern nicht weit sie aufzuheben und in die Arme zu nehmen, um sie zu sorgen und Sicherheit wiederherzustellen. Keine Verantwortung und die Freiheit von allen „erwachsenen“ Kalkülen, von Konkurrenzdenken, einander Bewerten, frei davon sich gegenseitig das Leben zur Hölle zu machen. Sie ist nur ein Ist, kann sein als die, zu welcher sie Gott geschaffen und berufen hat. Keine Zerstückelung des Seins in Rollen und Funktionen, die einander ausschließen und vordefinierte Leistungen abverlangen.

Ist es möglich auch als Vater seine Kindlichkeit zu bewahren, mit Neugierde und kindlicher Einfalt in eine Realität zu treten, die von Konflikten geprägt ist, die von der rechten Kommunikation und dem richtigen, gewinnenden Auftreten mehr bestimmt wird als von naiver Unzweideutigkeit und Vertrauen? In der nur Leistung zählt oder Geld, am Ende vor allem Geld? Wie kann ich es wagen wie die Kinder zu sein, wo das wahre Kind doch einen Erwachsenen braucht? Wie ohne von den wahren Erwachsenen zertreten zu werden? … Vater mein im Himmel, dein Reich komme…

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Veröffentlicht in Alltag, Blog
2 comments on “Tumult in meinem Kopf
  1. Reiner sagt:

    Wir haben diesen unseren bunten genetischen Strauß mitbekommen, der, Gott sei Dank, nur unsere Anlagen bestimmt, nicht jedoch unsere Entwicklung. Auch bist Du nicht allein mit dem Gefühl, die Geschichte der Vorfahren aufarbeiten zu dürfen…

    Wärest Du nicht Vater, würden Dir die verschiedenen Seiten der „Realität“ gar nicht bewusst werden. Gut so 🙂

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  2. ananda75 sagt:

    wahrscheinlich ist es eher ein wieder finden…. immer wieder wieder finden, als ein bewahren

    Im I Ging gibt es den schönen Ausdruck der „Ruhe der reinen Betrachtung“
    Das ist ein gut funktionierendes Mittel – Nimm dir irgendwas – leichter was Schönes, geht aber mit allem – und schau es einfach nur an… betrachte einen Mandelzweig fünf Minuten lang, betrachte den Himmel fünf Minuten lang, betrachte egal was, aber fünf Minuten lang… einfach nur gucken… nimm dir die Zeit… es ist nicht viel, fünf Minuten, aber um ein Ding zu betrachten ist es eine Ewigkeit – und es zeigt dir die Ewigkeit und löst dich los von allem, was da schwirrt und wirrt im Kopf… und es kommt ein Lächlen aufgestiegen aus deinem Inneren… und du weißt „Es“ wieder 🙂

    Viel Freude wünsche ich dir – Sie ist schon da und auch die Leichtigekeit, du musst sie nur sehen und sehen kannst du sie nur, wenn du dir Zeit nimmst zum gucken 😉

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