Das Leben findet einen Weg

Ich gehe durch die zubetonierte Straße meiner Stadt und betrachte, wie sich an dessen Rändern und immer wieder sogar mitten dazwischen kleine Pflanzen hervorquetschen und ihr Territorium markieren. Sie haben sich entgegen aller Widrigkeiten einen Weg zum Leben freigeschaufelt, eine kleine Nische erobert.

Das Leben hat eine faszinierende Eigenschaft, denn auf fast allen Ecken unseres Planeten hat es sich Wege geschaffen, sich auch an die extremsten Naturerscheinungen anzupassen. Es gibt nur eine Erscheinung, die weite Teile des Lebens auf unserer Erde gegenwärtig vor ein großes Rätsel stellt: Der Mensch.

In unserer Generation erleben wir ein Massensterben unvorstellbaren Ausmaßes, wie es keines seit Menschen denken gegeben hat. Ich entsinne mich an einen Uni-Vortrag zum Kirchentag. Die Universität hat eine Liste mehrerer dutzend Pflanzenarten aufgestellt und an Hand dieser Liste über Jahrzehnte hinweg in regelmäßigen Abständen die Artenvielfalt auf der Schwäbischen Alb gemessen. Jedes Jahrzehnt hat diese abgenommen … beim letzten Mal war es dann so weit … nicht eine einzige der Arten des einst zusammengestellten Katalogs war noch aufzufinden.

Der gefallene Mensch treibt die ganze Welt vor sich her, mit sich in den Abgrund. Der wahre Gegner Gottes ist nicht der Teufel, sondern der Tod.

Und doch gibt es auch hier Anpassungsstrategien. Nicht alle werden sich diesem apokalyptischen Schicksal ergeben. Insekten wie die Schaben oder anderes „Ungeziefer“ konnte sich bis dato stets perfekt an die vom Menschen neu geschaffenen Kunst-Ökosysteme anpassen. Das Leben reagiert und entwickelt neue Wege.

Die ganze Natur ist von einem gottgehauchten Drang nach Leben durchzogen. Und doch faszinieren wir Menschen uns für den Tod. Keine Nachrichten kommen ohne den Gevatter Tod aus, Serien von Krimis bis Game of Thrones triefen davon. Er übt einen eigentümlichen Reiz auf uns aus. Und er folgt uns, auf Schritt und Tritt. Seit dem letzten Jahrhundert haben wir Technologien entwickelt, uns ein Monument des Todes zu bauen, welches die ganze Welt in ihrer Existenz bedroht. Zum befürchteten Atomkrieg ist es im 20. Jahrhundert zwar nicht gekommen, dafür aber stehen Anfang des 21. immer mehr Tiere und Pflanzen auf der Liste bedrohter Arten. Wird meine Tochter noch bewusst einen echten, lebenden Elefanten zu Gesicht bekommen? Dabei ist der Mensch wie so oft sogar des Menschen ärgster Feind. Euthanasie sei hier nur ein Stichwort.

Und mit was für einem Eindruck bleiben wir jetzt am Ende dieses Beitrags zurück?

Sind wir verloren? Wird dies das Ende sein? Ist das letzte Wort damit gesprochen?

Die Bibel sagt: Nein.

Ja, auch an ihrem Ende, im letzten Buch der Bibel stehen große Naturkatastrophen. Und wie so viele der gezeigten Plagen der Offenbarung (Krieg – rotes Pferd, Hunger – ungerechter Wirtschaft – schwarzes Pferd, …) sind wahrscheinlich auch diese menschengemacht.

Aber das ist nur der Anfang vom Ende der Geschichte. Das letzte Kapitel ist auch dann noch nicht geschrieben. Das letzte Kapitel bleibt Gott vorbehalten, der uns und seine ganze Schöpfung aus dieser Finsternis retten wird. Das letzte Wort lautet Hoffnung:

Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.
Offenbarung 21

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Veröffentlicht in Blog, Politik, Theologie

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