Gute Zeiten sind oft…

…für den Glauben herausfordernde Zeiten. Obwohl ich die Früchte dessen ernte, für das ich so lange gebetet habe, der Glaube wird zäh und das Bekenntnis müde. Wie das eigene Ego wächst, so nimmt die Abhängigkeit zu Jesus ab. In der Not war ich der eigenen Schwäche bewusst, tagtäglich mit ihr konfrontiert, wie wenig ich auf mich allein gestellt erreichen kann, wie schmal der Faden ist, welcher den genialen Einfall vom Versagen trennt, wie wenig verlässlich Intelligenz und Verstand doch sind, ja selbst vom Wetter beeinflusst.

In den guten Zeiten sollte es die Dankbarkeit sein, die für all den vielen Segen mein Herz vereinnahmt. Ich habe so vieles, für das ich mehr als nur dankbar sein kann, eigentlich müsste ich Minute für Minute ein Halleluja anstimmen und Preiset den Herrn rufen. Aber das menschliche Herz ist verführbar und, zumindest was das Gute angeht, vergesslich. Und so ist es nur ein kurzes Halleluja und ein kleiner Dankesbrief, kaum länger als eine Postkarte, ehe ich bereits weiterziehe und Gott vor lauter Gutem vergesse. In Gottvergessenheit gar Schlechtes tue. Das ist vielleicht der Grund auch für den ständigen Zickzackkurs des israelischen Volks im Alten Testament. Das Alte Testament kennt das menschliche Herz wie kein zweites Buch dieser Welt. Es zeichnet ein überaus realistisches Bild vom Menschen, mit all seinen lobenswerten Stärken (Psalm 8,5), aber keineswegs naiv oder mit rosaroter Brille.

Aus diesem Grund ist eines wichtig, gerade nach errungenen Erfolgen:

Halte inne!

Schau dich um. Reflektiere. Gehe in die Stille. Stoppe dich für einen Moment. Zwinge dich zurück in einen Geisteszustand achtsamer Aufmerksamkeit.

Ich frage mich: Wie kam ich hierher? Von wo komme ich her? Welche Gedanken und Wünsche trieben mich damals um, hielten mich nachts vom Schlaf fern bevor ich endlich hier angekommen bin?

Und da erkenne ich: Meine Gebete und die mit mir beteten wurden erhört, es ist ein Gnadengeschenk, das ich hier stehen darf. Und so kommt sie: Tiefe Dankbarkeit durchströmt mein Wesen, ich glühe in ihr. Ich bekenne, in Selbstzufriedenheit gesündigt zu haben und bitte um Vergebung. Ich habe dieses Glück nicht verdient, aber es ist ein Segen, den ich genießen darf, denn er kommt schließlich auch von dir. Ich will ihn wertschätzen und bewahren, dass ich mich in schweren Zeiten wieder daran erinnern kann, was du für mich getan hast.

Advertisements

3 Kommentare zu „Gute Zeiten sind oft…

Gib deinen ab

  1. Ja, die Wege, die wir geführt werden, können sehr schmerzhaft sein. Doch sobald wir den Sinn dahinter erkennen und begreifen, dürfen uns diese Wege zu einem Sieg führen, weil wir begreifen, dass wir diese Wege nicht gehen mussten, sondern gehen durften. Es ist eine sehr große Gnade, wenn wir soweit gekommen sind und diese Gnade in den Tiefen unseres Lebens erkennen dürfen.

    Gefällt 3 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: