Was wenn die Zukunft ganz anders wird…

Wir leben in einer Zeit des stetigen Wandels und der Veränderung. Die Digitalisierung vernetzt unsere Welt und die vielen uns zur Verfügung stehenden Informationen in einem nie da gewesenen Maß, die Energiewende bringt neue Technologien hervor, Windparks und Elektroautos bestimmen unsere Zukunft.

Aber dem möchte ich ein Gedankenexperiment entgegenstellen: Was wenn all das nur das letzte Aufbäumen vor dem Ende ist. Was wenn wir es nicht schaffen? Wenn am Ende die Mahner Recht hatten, wenn wir zu langsam sind, wenn unser Erfindertum doch nicht für alles Vergängliche, z.B. Fossile ein brauchbares Substitut findet? Und eines Tages erwachen wir in einer Welt, in der all die seltenen Ressourcen, die unsere digitale Welt zum Funktionieren benötigt, aufgebraucht sind und sich auch nicht im nötigen Maß recyceln lassen, in einer Welt, in der es keine fossilen Brennstoffe mehr gibt und die klimatischen Veränderungen hunderte Millionen Menschen zu Flüchtlingen machte, worauf unsere politische Landschaft nicht mehr wiederzuerkennen ist. Der Wohlstand ist gekippt, nur noch wenigen Wohlhabenden steht nun auch im Westen eine überragende Mehrheit gegenüber, die kaum noch etwas hat. Die Ungerechtigkeit der Welt ist über unseren Köpfen explodiert und hat uns in sie mit hineingezogen, statt von uns endlich angegangen und überwunden zu werden. Der westliche Turm von Babel ist gefallen.

Was würde das dann für dich und mich bedeuten? Welchen Lebensinhalt könnte ich vorweisen, wenn die äußeren Zeiten so viel anders würden als ich es mir erhoffte? Könnte ich auch ohne all das leben, das jetzt mein Leben ausmacht und das ich als die Zukunft vor Augen habe?

In dieser düsteren Welt sehe ich mich auf mich selbst zurückgeworfen, keinen Luxus, keine Sicherheit mehr. Es ist nichts mehr übrig geblieben als die Erinnerung an die vielen Möglichkeiten, die wir jetzt noch haben. Irgendwo hat die Welt eine falsche Abbiegung genommen, ihre technologischen Errungenschaften wurden ihr selbst zum Verhängnis. Der menschliche Schöpfergeist hat die Schöpfung ruiniert. Die Natur hat das nicht Natürliche abgestoßen, da ein auf Wachstum und Abbau von Ressourcen basiertes System kein stabiles auf Wechselseitigkeit beruhendes „natürliches“ Gleichgewicht erzeugen kann und sich in seiner auf Expansion ausgerichteten Künstlichkeit selbst den Ast absägte, auf dem es saß.

Und dann? Welche Schätze habe ich vorzuweisen, die den Verfall des Materiellen überdauern könnten? Gibt es da etwas, das mich halten könnte, auch wenn nichts mehr sonst Bestand hat? Könnte ich in dieser Welt leben? Es ist doch letztendlich die Frage, wie viel ich wirklich benötige und was ich ohne all das täte, wer ich bin und wodurch ich mich identifiziere. Könnte ich in dieser Dystopie glücklich werden, dann brauche ich etwas, das mehr trägt als es die doch sehr endlichen und vergänglichen Ressourcen, ob Lithium oder Öl, es vermögen.

Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde.
Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein.
Ja, Gras ist das Volk!
Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt …
… Aber das Wort Gottes bleibt ewiglich.
Jesaja 40
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Veröffentlicht in Alltag, Blog
4 comments on “Was wenn die Zukunft ganz anders wird…
  1. Reiner sagt:

    Wir sind sehr zahlreich … wenn es richtig daneben geht, dezimiert sich unsere Spezies drastisch, durch die zu erwartenden (uns schon existenten)Verteilungskämpfe und Naturkatastrophen. All dies produziert ein Lebensgefühl wie einst in den 80ern, unter ständiger Gegenwart der totalen Vernichtung, im Fokus von Atomwaffen. Mir vertraut, sozusagen.

    Not und Spiritualität, Glaube?

    Wer zum größten Teil mit seinem Überlebenskampf zu tun hat, dem bleibt wenig Raum für spirituelles Wachstum. Erst kommt das Fressen, dann die Moral, frei nach Bert Brecht. Vielleicht ist es aber auch genau anders, so Gott will. Vielleicht zeigt sich dann wahre innere Stärke und Festigkeit im Glauben. Ich weiß es nicht und hoffe, in diesen Schuhen nicht laufen zu müssen, im Alter. Wenn ich die Erzählungen der Alten höre, glaube ich, dass Selbstlosigkeit nur für wenige die Erkenntnis der Zeit war …

    Grüße & einen guten Tag Dir!

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  2. bithya85 sagt:

    Um das Ruder noch rumzureißen müsste sich meiner Meinung nach vieles in kurzer Zeit ändern. Wenn es überhaupt noch möglich ist. Und das ist nicht Abschottung und an Grenzen auf Menschen schießen, damit wir uns nicht mit ihren Problemen rumschlagen müssen. In einer globalisierten Welt kann man nicht mehr in Grenzen denken, ich gehe sogar so weit zu behaupten, das Prinzip der „Grenze“ ist überholt und hat keine Zukunft mehr. Ist aber nur meine Theorie. Wir abartig reichen Fuzzis denken, dass Flüchtlinge uns etwas wegnehmen können. Hat ja schon was Komisches, wenn die Sache nicht so ernst wäre. Man sagt, wir können nicht alle aufnehmen, dabei hat Deutschland mehrere Geisterstädte, die komplett leer stehen. Nur als Beispiel. Ich fürchte, deine Dystopie hat schon begonnen, denn wie kommt es denn, dass auf einmal so viele Flüchtlinge kommen? Wegen der IS? Ja, auch. Aber wie kommt es, dass Leute sich dem IS anschließen? Ich denke, das hat ganz viel auch mit unserem ausufernden Lebensstil zu tun, der auf Kosten der anderen geht. Wer keine echten Chancen hat und mit dem Rücken zur Wand steht, wer nichts mehr zu verlieren hat, der begeht Verzweiflungstaten. Vielleicht auch, indem er sich Terroristen anschließt, weil er sich von ihnen ein besseres Leben erhofft.

    Gefällt 2 Personen

    • Utopio sagt:

      Beim ausufernden Lebensstil denke ich nur an den afrikanischen Fischer, der durch den europäischen Fischfang an den afrikanischen Küsten seiner Lebensgrundlage beraubt ist. Wenn er sich entscheidet nach Europa zu fliehen folgt er im Grunde nur seinen Fischen.

      Es ist naiv zu glauben ökonomische Ungleichgewichte betreffe nur Kapitalströme, gerade historische Untersuchungen zeigen, dass diese immer auch zu Migrationsbewegungen geführt haben.

      Gefällt 1 Person

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