Ist unser Leben ein Schachspiel?

Für manche Menschen ist das Leben ein Schachspiel. Man hat ein paar Figuren in der eigenen Farbe und muss diese richtig auf seinem Feld platzieren. Nicht jeder Zug ist möglich, weil von gewissen Zwängen begrenzt, die Figuren mit verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet, andere Figuren im Weg stehen. Das Leben ist ein Wettbewerb, sich selbst optimal zu positionieren, den anderen zu schlagen.

Das fatale an dieser Lebenseinstellung besteht m.E. in seiner Blindheit für von meiner Wenigkeit unabhängigen Zielen. All mein Handeln ist ganz aus einer egozentrisch, individuellen Rationalität heraus geboren. Kollektiven Rationalitäten kann dies aber durchaus objektiv schaden.

Im Beruf erhalte ich beispielsweise die Aufgabe eine bestimmte Sache voranzubringen. Dieser Sache ist nur dann am besten gedient, wenn meine Gedanken und Anstrengungen um sie kreisen. Bei der Einführung einer neuen Software z.B. muss es mein Ziel sein, die bestmöglichen Programmabläufe zu finden, so dass die Software das hinter ihr liegende Zielbild bestmöglich bedienen kann, möglicherweise optimal auf Kundenwünsche eingeht.

Sehe ich das Leben als Schachspiel kreisen meine Gedanken aber nur an der Oberfläche um die neue Software und die Eigenschaften, die sie haben soll, oder die Maßnahmen, die notwendig werden diese ihr zuteil werden zu lassen. Meine Gedanken konzentrieren sich im Hintergrund mit großem Einsatz auf die Analyse der Positionen und Möglichkeiten meiner Figuren auf dem Schachbrett in Relation zu den Figuren der anderen beteiligten Personen. Ziel meiner Handlungen wird es im Folgenden sein, mich so zu platzieren, dass mit Einführung der Software meine Ausgangslage auf dem Spielfeld verbessert wird und unliebsame Konkurrenten ihre Figuren verlieren oder handlungsunfähig werden.

Das alleine ist aber nur der Anfang. Sollte mein Gegenüber diese Schach-Rationalität bislang nicht verfolgt haben, aber über genug Sozialkompetenz verfügen meine Absichten zu erkennen, wird auch er in das Spiel hineingezogen. In der Angst etwas verlieren zu können, wenn er das Spiel nicht mitspielt, wird er genötigt aus einem Selbsterhaltungstrieb heraus, selbst zum Schachspieler zu werden. So sehr er sich auch bemüht, fortan werden nie mehr 100% seiner inneren Ressourcen für die eigentliche Aufgabe zur Verfügung stehen. Jede Kommunikation untereinander wird von der Paranoia vergiftet, vom Gegenüber geschlagen werden zu können. Das Projekt an sich gerät in Gefahr zu scheitern oder zumindest gravierende Fehler zu beinhalten. Sollte dieser Worst-Case eintreten wird am Ende das Schwarzepeterspiel zum Matchball für das Schach Matt im Konkurrenzkampf der Egos werden.

Die Bibel lehrt uns eine andere Rationalität.

Indem Jesus unsere Abhängigkeit von weltlichen Reichtümern, Status eingeschlossen, lösen möchte, macht er uns frei uns auf unsere eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren. Die Machtränkespiele im Hintergrund müssen uns nicht mehr interessieren. Wir müssen nur unserem eigenen Gewissen treu bleiben und sind damit frei als die treuen Verwalter, das zu tun, was richtig ist, nicht das, was unseren Schachfiguren weiterhilft. Wir übergeben es Gott, dass er uns vor Angriffen schützt und nach außen hin unsere Leistungen erkennbar macht und für Belohnung sorgt. Aber sollte diese Belohnung nicht geschehen und unsere aufrechten, aber gutgläubigen Bemühungen, vom Machtspiel zertreten, im Verborgenen bleiben, so verbittert den Jesus-Befreiten dennoch kein  Schmerz. Unser Selbstwert ist nämlich nicht länger davon gefangen, wo wir in dieser Welt landen, sondern frei unseren Lohn bereits aus dem Tun des Richtigen zu empfangen.

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