Im Leben entfaltet sich eine kleine Zelle und entwickelt sich wechselwirkend mit seiner Umwelt

Meine Tochter geht durch diverse Entwicklungsprozesse hindurch. Ihr Leben ist nicht einfach nur, es entfaltet sich Schritt für Schritt. Jede Phase hat ihren vorbestimmten Sinn und so sehr ich ihr und mir es gerne ersparen würde, gerade Ärger und Tränen sind notwendig, um dabei ein eigenständiges Ich herauszubilden.

All diese Entwicklungsschritte waren bereits in der ersten embryonalen Stammzelle fest verankert und werden nun wie bei einer Sinfonie Akkord für Akkord genau zur rechten Zeit angestoßen. Wie eine Blume, die sich langsam aus der Knospe öffnet: Stück für Stück breiten die Blütenblätter ihre ganze bunte Pracht aus.

Und doch ist keine Entwicklung wie die andere. Je mehr Zeit vergeht, desto individueller werden die Entwicklungsschritte, Zeitpunkt, Art, Dauer, Ausprägung variieren. Diese Variationen sind zu einem gewissen Maß auch schon in der einen Zelle angelegt, aber je ausgeprägter die Entwicklung bereits ist, desto größer wird auch das Wechselspiel mit der Umwelt. Eine einmalige Dynamik zwischen angeborenen und von außen beeinflussten Entwicklungen entsteht.

Diese lässt sich kaum mathematisch greifen, es ist eine nicht-lineare Dynamik, da ja auch jeder äußere Einfluss wieder auf Basis bereits vorhandener Ausprägungen reflektiert und beantwortet wird, die Antwort aber die äußere Welt ihrerseits nicht unbeeinflusst lässt. Es entsteht ein Bild mit Spiegeln in Spiegeln in Spiegeln, bis kaum noch Ursache und Wirkung klinisch auseinanderdividiert werden können, darum ist das Wort Wechselspiel so ein schönes.

Leben bedeutet Dynamik durch sich gegenseitig verändernde Interaktionen. Sie beinhaltet das kaum zu fassende Wunder, dass bereits die größten Entwicklungen im Kleinsten, in unserer DNA und darüber hinaus in den Eigenschaften der Moleküle und Atome angelegt sind und doch nicht abschließend durch diese beschrieben werden können, schon allein weil es im Allerkleinsten zu wundersamen Effekten kommt, die das Allerkleinste nie ganz determinierbar machen, aber vor allem auch weil im Großen ein Wechselspiel aus gegenseitigem Lernen und Verändern existiert, das die Summe aller Dinge zu mehr macht als seine Einzelteile.

Das Leben ist etwas wundervoll Geheimnisvolles. Wir können uns dem Verständnis dieses Geheimnisses immer nur annähern, es aber nie ganz erreichen.

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Veröffentlicht in Alltag, Blog
One comment on “Im Leben entfaltet sich eine kleine Zelle und entwickelt sich wechselwirkend mit seiner Umwelt
  1. Und schon in der kleinsten zelle, liegt der ganze Körper drin,
    ja, jede kleine Zelle hat ihren ganz eigenen Sinn, der zum Großen
    ist geboren und der niemals geht verloren.
    Die kleine Zelle weitet sich und wird ganz groß
    und viele Zellen bauen auf Körper, Geist und Seele
    und machen sie zum Ganzen und sie tanzen miteinander
    und pflanzen Blümelein eins zum andern, bis das Beet
    voll ist und ein Meer von Blumen blüht, unüberschaubar,
    einfach herrlich, einfach wunderbar.
    Die Seele freut sich an den Farben, sie tanzt, sie ist leicht
    muß nicht mehr darben, das alles war vorhanden in einer
    Zelle, wo der Anfang wurde gelegt, sie verband sich mit
    der Nebenzelle, ach mein Herz war so belebt. Einer für alle,
    alle für einen, so muß es sein, Natur ja, sie webt.

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